Glossar

Herstellerdaten im Modell

Herstellerdaten im Modell bezeichnen technische Angaben zu einem konkreten Bauprodukt, die direkt am zugehörigen Bauteil eines Bauwerksdatenmodells hinterlegt werden.

Herstellerdaten im Modell bezeichnen technische Angaben zu einem konkreten Bauprodukt, die direkt an dem entsprechenden Bauteil eines Bauwerksdatenmodells hinterlegt sind. Das können Abmessungen, Materialkennwerte, Energieeffizienzangaben oder Wartungsintervalle sein. Im Unterschied zu einem generischen Bauteil aus einem allgemeinen Bauteilkatalog ist ein Objekt mit Herstellerdaten eindeutig einem konkreten Produkt und Hersteller zugeordnet.

Für Handwerksbetriebe wird das relevant, sobald sie in einem Projekt bestimmte Produkte verbauen und diese Informationen an die Planung oder den späteren Betreiber zurückmelden sollen. Ein Heizungsbauer, der einen bestimmten Kesseltyp einbaut, kann die zugehörigen Herstellerdaten direkt am Bauteil im Modell hinterlegen, statt sie separat in einem Übergabedokument aufzuführen, das später leicht vom Modell entkoppelt wird.

Auch bei Sanitär- oder Elektroinstallationen ist diese direkte Verknüpfung hilfreich: Wird beispielsweise eine bestimmte Armatur oder ein Verteilerkasten verbaut, lassen sich die passenden technischen Angaben unmittelbar am entsprechenden Bauteil hinterlegen, statt sie in einer separaten Tabelle zu pflegen, die im Projektverlauf leicht in Vergessenheit gerät.

Bezug zur Digitalisierung

Viele Hersteller stellen ihre technischen Angaben inzwischen als Produktdatenblatt digital bereit, das sich direkt mit dem entsprechenden Bauteil im Modell verknüpfen lässt. Das erleichtert es Planern, bei der Auswahl eines Produkts sofort auf die relevanten technischen Kennwerte zuzugreifen, ohne separate Kataloge oder Websites durchsuchen zu müssen.

Über die Bauphase hinaus bilden Herstellerdaten im Modell eine wichtige Grundlage für den späteren Betrieb: Sie fließen in die Wartungsdaten im Modell ein und ermöglichen es dem Betreiber, Wartungsintervalle oder Ersatzteile ohne Rückfrage bei der ausführenden Firma zu ermitteln. Bei der finalen Zusammenstellung des As-built-Modell sollten diese Angaben deshalb vollständig und aktuell hinterlegt sein.

Kommt es später zu einem Produktwechsel, etwa weil ein Bauteil im Rahmen einer Reparatur durch ein anderes Modell ersetzt wird, sollten auch die zugehörigen Herstellerdaten im Modell aktualisiert werden. Andernfalls verweist die Dokumentation dauerhaft auf ein Produkt, das tatsächlich nicht mehr verbaut ist.

Handwerksbetriebe, die regelmäßig in modellbasierten Projekten arbeiten, profitieren davon, Herstellerdaten möglichst direkt bei der Materialbestellung zu erfassen und nicht erst am Ende eines Projekts nachträglich zusammenzustellen, wenn die genauen Produktangaben mitunter schon nicht mehr griffbereit sind.

Ein bewährter Ansatz ist, Lieferscheine und Produktdatenblätter direkt bei Anlieferung digital abzulegen und dem entsprechenden Bauabschnitt zuzuordnen. So entsteht nebenbei eine vollständige Grundlage, die am Projektende ohne zusätzlichen Suchaufwand in das Modell übernommen werden kann.

FAQ

Häufige Fragen zu Herstellerdaten im Modell

Wann lohnt sich das für einen ausführenden Betrieb?
Vor allem dann, wenn der Auftraggeber eine modellbasierte Übergabe verlangt oder das Gebäude später bewirtschaftet werden soll. Dann ersetzt die Eintragung am Bauteil ein separates Übergabedokument, das sich erfahrungsgemäß vom Modell löst. Ohne solche Anforderung genügt eine geordnete Anlagendokumentation außerhalb des Modells.
Was ist der Unterschied zu einem Bauteilkatalog?
Der Katalog enthält Vorlagen, häufig generisch oder herstellerbezogen, aus denen geplant wird. Herstellerdaten im Modell beziehen sich auf das tatsächlich eingebaute Produkt in einem konkreten Bauwerk. Der Katalog ist die Bibliothek, das Modell der Nachweis des Ist-Zustands, und beide dürfen im Projektverlauf auseinanderlaufen.
Wer trägt die Daten ein und wer haftet für ihre Richtigkeit?
Das gehört vor Ausführungsbeginn geregelt, meist in den Informationsanforderungen des Auftraggebers. Trägt der ausführende Betrieb ein, steht er für die Übereinstimmung mit dem tatsächlich Verbauten ein. Deshalb sollte der geforderte Umfang begrenzt und auf die Angaben beschränkt bleiben, die für Betrieb und Wartung wirklich gebraucht werden.
Was ist der häufigste Fehler dabei?
Änderungen während der Ausführung werden nicht nachgeführt. Wird ein anderes Fabrikat eingebaut, weil das geplante nicht lieferbar war, bleibt im Modell das ursprüngliche Produkt stehen. Die Dokumentation ist dann schlechter als gar keine, weil sie eine Genauigkeit vortäuscht, auf die sich der Betreiber später verlässt.

Bereit, KI in Ihrem Betrieb arbeiten zu lassen?

In einer kostenlosen KI-Potenzialanalyse zeigen wir konkret, wo in Ihrem Betrieb Zeit und Geld liegen – unverbindlich und ohne Technik-Kauderwelsch.

Kostenlose KI-Analyse