Druckprüfung protokollieren
Das Protokoll einer Druckprüfung dokumentiert Dichtheit und Festigkeit von Rohrleitungen mit Prüfmedium, Prüfdruck, Haltezeit, Verlauf und Ergebnis als Nachweis der Ausführung.
Eine Druckprüfung weist nach, dass eine Rohrleitung dicht und mechanisch belastbar ist. Die Leitung wird mit einem Prüfmedium – je nach Anwendung Wasser, Luft oder Inertgas – beaufschlagt und über eine festgelegte Zeit auf einem Prüfdruck gehalten. Fällt der Druck ab, liegt eine Undichtheit vor. Geprüft wird vor dem Verschließen von Schlitzen und Vorwandkonstruktionen, weil eine Leckage danach nur mit erheblichem Aufwand zu finden ist.
Das Protokoll hält Objekt und Bauabschnitt fest, den geprüften Leitungsabschnitt, das Prüfmedium, den Prüfdruck, die Haltezeit, die Temperatur, den Druckverlauf, das Ergebnis sowie Prüfer, Datum und das verwendete Messgerät. Welches Prüfverfahren mit welchem Druck und welcher Dauer anzuwenden ist, hängt vom Medium, vom Werkstoff und vom Einsatzbereich ab und ergibt sich aus den einschlägigen Regelwerken; das ist im Einzelfall zu prüfen.
Betroffen sind vor allem SHK-Betriebe bei Trinkwasser-, Heizungs- und Gasleitungen sowie der Tiefbau bei Kanal- und Versorgungsleitungen. Das Protokoll ist Teil der Anlagendokumentation und im Gewährleistungsfall häufig das entscheidende Beweismittel.
Bezug zur Digitalisierung
Auf Papier wird der Druckverlauf über die Haltezeit von Hand notiert – ein Wert am Anfang, einer am Ende, dazwischen Warten. Was in der Zwischenzeit passiert, geht nicht in die Dokumentation ein. Anschließend wird das Blatt im Büro abgetippt oder als Foto abgelegt, oft ohne eindeutige Zuordnung zum Bauabschnitt.
Elektronische Prüfgeräte zeichnen den Druckverlauf lückenlos auf und übertragen ihn per Funk an eine App. Das Protokoll entsteht daraus automatisch, mit vollständiger Kurve statt zweier Stichwerte. Kurzzeitige Druckeinbrüche, die bei zwei Ablesungen unentdeckt bleiben, werden sichtbar. Objekt, Bauabschnitt und Kunde kommen aus dem Auftrag im ERP, sodass nichts erneut eingegeben wird.
KI ergänzt das durch Auswertung des Kurvenverlaufs. Temperaturbedingte Druckänderungen sehen anders aus als eine echte Leckage, und ein sich langsam setzendes Pressfitting erzeugt ein wieder anderes Muster. Eine automatische Einordnung liefert dem Monteur einen Hinweis, ob eine Wiederholungsprüfung sinnvoll ist. Zusätzlich lässt sich prüfen, ob für jeden Bauabschnitt eines Objekts ein Protokoll vorliegt – Lücken fallen sonst erst bei der Abnahme auf.
Der praktische Gewinn liegt weniger in der Prüfung selbst als in der lückenlosen Zuordnung. Ein vollständiger Satz Protokolle, der ohne Nacharbeit im Büro entsteht, ist bei Abnahme und Gewährleistung mehr wert als jede nachträglich zusammengesuchte Sammlung.
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