Glossar

Zugriffsrechte

Zugriffsrechte legen fest, welche Mitarbeitenden auf welche Daten und Systeme im Betrieb zugreifen dürfen und welche nicht.

Zugriffsrechte regeln, welche Person in einem Betrieb auf welche Daten, Programme oder Systeme zugreifen darf. Statt allen Mitarbeitenden denselben, umfassenden Zugang zu geben, erhält jede Person nur die Berechtigungen, die für die eigene Aufgabe notwendig sind. Diese Zuordnung wird meist über Benutzerkonten und Rollen in der jeweiligen Software verwaltet und lässt sich bei Bedarf jederzeit anpassen. Dieses Prinzip der minimalen Berechtigung unterscheidet sich von einer reinen Passwortabfrage dadurch, dass nicht nur geprüft wird, ob jemand angemeldet ist, sondern auch, was diese Person nach der Anmeldung tatsächlich sehen und verändern darf.

In einem Handwerksbetrieb braucht die Buchhaltung Zugriff auf Rechnungen und Zahlungsdaten, ein Vorarbeiter auf die Baustellendokumentation seines Projekts, die Geschäftsführung auf beides. Ohne klare Zugriffsrechte sehen dagegen oft alle Mitarbeitenden im gemeinsam genutzten DMS oder Cloud-Ordner sämtliche Kunden- und Lohndaten, unabhängig davon, ob sie diese für ihre Arbeit benötigen. Das erhöht sowohl das Risiko versehentlicher Änderungen als auch den möglichen Schaden, falls ein Zugang missbraucht wird oder ein Gerät verloren geht. Ein häufiger Fehler in kleineren Betrieben ist, dass alle Mitarbeitenden von Anfang an mit einem einzigen, geteilten Administratorkonto arbeiten, weil die getrennte Einrichtung einzelner Konten zunächst als unnötiger Aufwand erscheint. Dabei lässt sich später ohne einzelne Konten weder nachvollziehen, wer eine Änderung vorgenommen hat, noch einer einzelnen Person gezielt der Zugang entziehen, etwa bei einer Kündigung.

Bezug zur Digitalisierung

Mit jedem neuen digitalen Werkzeug, sei es eine Software für die digitale Zeiterfassung, ein Dokumentenmanagement oder ein KI-Tool, stellt sich erneut die Frage, wer darauf zugreifen darf. Ein einfaches Rollenkonzept, das Aufgaben statt einzelner Personen mit Berechtigungen verknüpft, erleichtert die Pflege bei Personalwechseln erheblich: Verlässt jemand den Betrieb oder wechselt die Position, wird nur die Rolle angepasst statt jedes einzelne System einzeln durchzugehen.

Ergänzend sollte der Zugang zu besonders sensiblen Systemen, etwa Lohn- oder Kundendaten, zusätzlich über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden. So bleibt nachvollziehbar, wer wann auf welche Daten zugegriffen hat, und der Schaden bei einem verlorenen oder gestohlenen Passwort bleibt begrenzt.

Voraussetzung für ein funktionierendes Berechtigungskonzept ist, dass Zugriffsrechte nicht nur bei der Einrichtung eines neuen Kontos vergeben, sondern auch regelmäßig überprüft werden. In der Praxis reicht dafür oft ein kurzer Termin ein- bis zweimal im Jahr, bei dem durchgegangen wird, wer worauf Zugriff hat und ob das noch zur aktuellen Aufgabe passt. Besonders wichtig ist dieser Schritt beim Umgang mit Kundendaten, weil sich hier über die Zeit häufig mehr Zugänge ansammeln, als für die jeweilige Tätigkeit tatsächlich nötig wären.

FAQ

Häufige Fragen zu Zugriffsrechte

Warum ist ein gemeinsames Administratorkonto problematisch?
Weil sich damit weder nachvollziehen lässt, wer eine Änderung vorgenommen hat, noch einer einzelnen Person gezielt der Zugang entziehen lässt, etwa bei einer Kündigung. Die getrennte Einrichtung einzelner Konten erscheint anfangs als unnötiger Aufwand und rächt sich beim ersten Personalwechsel. Sinnvoll ist deshalb, von Anfang an personenbezogene Konten einzurichten, auch wenn das zunächst mehr Aufwand bedeutet.
Wie halte ich die Pflege überschaubar?
Über ein einfaches Rollenkonzept, das Aufgaben statt einzelner Personen mit Berechtigungen verknüpft. Verlässt jemand den Betrieb oder wechselt die Position, wird nur die Rolle angepasst, statt jedes System einzeln durchzugehen. Wenige klar geschnittene Rollen sind praktikabler als eine Rechtevergabe je Ordner. Sinnvoll ist deshalb, die Rollen einmal gemeinsam festzulegen und sie in allen Systemen gleich zu benennen.
Wie oft sollte ich die Rechte überprüfen?
Ein- bis zweimal im Jahr genügt meist: durchgehen, wer worauf Zugriff hat und ob das noch zur aktuellen Aufgabe passt. Über die Zeit sammeln sich sonst mehr Zugänge an, als für die jeweilige Tätigkeit nötig wären, besonders im Bereich der Kundendaten. Sinnvoll ist deshalb, diesen Termin fest im Kalender zu verankern und ihn mit dem Ein- und Austritt von Mitarbeitenden zu verbinden.
Wo lohnt sich eine zusätzliche Absicherung?
Bei besonders sensiblen Systemen, etwa Lohn- und Kundendaten. Eine zweite Anmeldestufe begrenzt den Schaden bei einem abgegriffenen Passwort erheblich. Zusammen mit personenbezogenen Konten bleibt zudem nachvollziehbar, wer wann auf welche Daten zugegriffen hat. Sinnvoll ist deshalb, die zweite Anmeldestufe zuerst dort einzurichten, wo Zahlungen ausgelöst oder Personaldaten eingesehen werden können. Der Einrichtungsaufwand beträgt je Zugang wenige Minuten.

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