Glossar

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Zwei-Faktor-Authentifizierung sichert Konten zusätzlich zum Passwort mit einem zweiten Faktor ab, etwa einem Code aus einer App.

Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangt bei der Anmeldung an einem Konto neben dem Passwort einen zweiten, unabhängigen Nachweis der Identität, etwa einen Code aus einer App auf dem Smartphone, eine SMS oder einen physischen Sicherheitsschlüssel. Selbst wenn ein Passwort bekannt wird, etwa durch Phishing, bleibt das Konto ohne diesen zweiten Faktor in aller Regel geschützt. Der Begriff grenzt sich dabei von einem reinen Passwortwechsel ab: Während ein neues Passwort nur den bisherigen Zugang ersetzt, kommt bei Zwei-Faktor-Authentifizierung eine zweite, davon unabhängige Hürde dauerhaft hinzu.

Für Handwerksbetriebe ist das vor allem bei Konten relevant, über die sich größerer Schaden anrichten lässt: das geschäftliche E-Mail-Postfach, über das auch Rechnungen versendet werden, der Zugang zum ERP-System mit Kunden- und Auftragsdaten, das Online-Banking oder das Google-Unternehmensprofil, über das Bewertungen und Kontaktdaten sichtbar sind. Wird eines dieser Konten übernommen, etwa für gefälschte Rechnungen im Namen der Geschäftsführung, kann ein einziger zweiter Faktor den Zugriff verhindern und größeren Schaden abwenden. Ein typischer Fehler ist, Zwei-Faktor-Authentifizierung zwar für das Hauptkonto der Geschäftsführung einzurichten, freigegebene Sammelpostfächer oder Konten von Aushilfen aber auszulassen, obwohl auch darüber sensible Vorgänge laufen. Auch der zweite Faktor selbst braucht eine Rückfallebene: Geht das Smartphone mit der Authentifizierungs-App verloren, sollte ein hinterlegter Ersatzcode oder ein zweites Gerät den Zugang wieder ermöglichen, ohne dass das Konto dauerhaft gesperrt bleibt.

Bezug zur Digitalisierung

Mit zunehmender Nutzung von Cloud-Software wächst auch die Zahl der Konten, über die auf Betriebsdaten zugegriffen werden kann, oft von unterwegs, über private oder dienstliche Smartphones. Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich bei den meisten gängigen Diensten mit wenig Aufwand aktivieren und ergänzt klar definierte Zugriffsrechte um einen zusätzlichen Schutz, falls ein Passwort doch einmal in falsche Hände gerät, etwa nach einem gut gemachten Phishing-Versuch.

In der Praxis lohnt es sich, mit den wichtigsten Konten zu beginnen: E-Mail, Banking und die zentrale Betriebssoftware. Ein Passwortmanager erleichtert zusätzlich den Umgang mit den ohnehin nötigen, unterschiedlichen Passwörtern je Dienst und macht die Umstellung im Team spürbar einfacher.

Voraussetzung für eine funktionierende Umstellung ist eine kurze Einweisung der Mitarbeitenden, damit der zusätzliche Anmeldeschritt nicht als Hürde, sondern als selbstverständlicher Teil der Anmeldung verstanden wird. Sinnvoll ist außerdem, eine Codeanfrage, die man selbst nicht ausgelöst hat, als Warnsignal zu behandeln und nicht versehentlich zu bestätigen, weil genau darauf mittlerweile auch gezielte Betrugsversuche abzielen.

FAQ

Häufige Fragen zu Zwei-Faktor-Authentifizierung

Welche Konten sichere ich zuerst?
Die, deren Verlust weh tut: das Postfach, aus dem Rechnungen versendet werden, die Betriebssoftware mit den Kunden- und Auftragsdaten, das Banking und das Unternehmensprofil bei Google. Wer Zugriff auf das erste hat, kann im Namen der Geschäftsführung Zahlungen umleiten. Der zweite Faktor stoppt das auch dann, wenn das Kennwort bereits abgeflossen ist.
Was ist der häufigste Fehler bei der Einführung?
Der zweite Faktor wird nur für das Hauptkonto der Geschäftsführung eingerichtet, während freigegebene Sammelpostfächer und Konten von Aushilfen ausgelassen werden, obwohl auch darüber sensible Vorgänge laufen. Prüfen Sie deshalb alle Zugänge zu einem Dienst, nicht nur den eigenen. Beginnen Sie mit E-Mail, Banking und der zentralen Betriebssoftware.
Was passiert, wenn das Smartphone verloren geht?
Ohne Rückfallebene bleibt das Konto gesperrt. Hinterlegen Sie deshalb bei der Einrichtung Ersatzcodes oder ein zweites Gerät und bewahren Sie beides so auf, dass es im Ernstfall erreichbar ist, aber nicht offen herumliegt. Diese Vorbereitung dauert wenige Minuten und verhindert, dass ein Gerätewechsel zum Ausfall wird.
Worauf muss ich das Team hinweisen?
Auf einen Punkt vor allem: Kommt eine Bestätigungsanfrage, ohne dass man sich gerade anmeldet, ist das kein Fehler des Systems, sondern ein Angriff. Genau darauf setzen Betrüger, die auf ein müdes Ja hoffen. Erklären Sie das einmal in fünf Minuten; dann wird der zusätzliche Schritt auch nicht als Schikane empfunden.

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