Bestandserfassung digital
Digitale Bestandserfassung bezeichnet das Vermessen und Dokumentieren eines vorhandenen Gebäudes mit digitalen Werkzeugen als Grundlage für Planung, Umbau oder Modellerstellung.
Digitale Bestandserfassung bezeichnet die Aufnahme eines vorhandenen Gebäudes oder Bauabschnitts mit digitalen Vermessungswerkzeugen, um dessen tatsächlichen Zustand zu dokumentieren. Das reicht von einfachen Foto- und Maßaufnahmen mit dem Tablet bis zum flächendeckenden Laserscan, der Räume dreidimensional erfasst. Grundlage ist immer, dass der reale Zustand eines Bauwerks digital abgebildet wird, bevor darauf aufbauend geplant oder gebaut wird.
Im Handwerksalltag betrifft das vor allem Sanierungs- und Umbauprojekte, bei denen keine verlässlichen Bestandspläne vorliegen. Ein Betrieb, der einen Altbau umbaut, erfasst zunächst die vorhandenen Wände, Öffnungen und Installationen, bevor neue Bauteile eingeplant werden können. Auch für die Angebotskalkulation ist eine belastbare Bestandserfassung wichtig, weil Fehleinschätzungen bei der Ausgangslage später zu Nachträgen führen.
Ein Stuckateur oder Trockenbauer, der eine denkmalgeschützte Altbauwohnung saniert, ist besonders auf eine genaue Bestandserfassung angewiesen, da unregelmäßige Wandverläufe und historische Bauweisen mit standardisierten Annahmen kaum korrekt zu erfassen sind. Hier zeigt sich häufig, dass eine gründliche digitale Aufnahme zu Beginn spätere Nachträge deutlich reduzieren kann.
Wo KI ansetzt
Aus Fotos, Videos oder Laserscans lassen sich mit entsprechender Software zunehmend automatisiert Maße und Bauteile ableiten. Bei größeren, komplexeren Aufnahmen spricht man vom Verfahren Scan-to-BIM, bei dem aus einer Punktwolke aus Laserscan automatisiert Wände, Decken und weitere Bauteile erkannt und in ein Modell überführt werden. Für einfachere Fälle, etwa vorhandene Papierpläne ohne aktuelle Vermessung, kann stattdessen ein bestehender Plan über den Vorgang 2D-Plan digitalisieren als Ausgangspunkt dienen und mit einer punktuellen Vor-Ort-Kontrolle ergänzt werden.
Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt vom Projekt ab: Für einen einzelnen Raum reicht oft ein handgeführtes Lasermessgerät, für ein ganzes Gebäude lohnt sich häufig ein flächendeckender Scan. Details zu den verfügbaren Methoden und deren praktischem Einsatz beschreibt der Ratgeber 3D-Aufmaß.
In der Praxis lohnt es sich, den Aufwand der Bestandserfassung an die Bedeutung der Genauigkeit für das jeweilige Gewerk anzupassen. Wo Leitungen oder tragende Bauteile betroffen sind, sollte die Erfassung gründlicher erfolgen als bei rein optischen Anpassungen.
Ebenso wichtig ist, die erfassten Daten unmittelbar zu sichern und zu dokumentieren, statt sich auf eine spätere Erinnerung an die Situation vor Ort zu verlassen. Wird die Bestandsaufnahme erst Tage später aus Notizen rekonstruiert, gehen häufig genau die Details verloren, die für eine belastbare Kalkulation entscheidend gewesen wären.
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Häufige Fragen zu Bestandserfassung digital
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Wem gehören die erfassten Daten?
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