CAD im Handwerk
CAD im Handwerk bezeichnet den Einsatz von Zeichenprogrammen für Aufmaß, Planung und Angebotserstellung, meist ohne den vollen Funktionsumfang eines BIM-Modells.
CAD im Handwerk bezeichnet den Einsatz computergestützter Zeichenprogramme in Handwerksbetrieben, etwa zur Erstellung von Grundrissen, Detailzeichnungen oder Aufstellplänen. Anders als bei einem vollständigen Bauwerksdatenmodell stehen dabei häufig einfache 2D- oder 3D-Zeichnungen im Vordergrund, ohne dass jedes Bauteil mit umfassenden Eigenschaften hinterlegt ist. Für viele handwerkliche Anwendungsfälle, etwa Küchenplanung oder Fensteraufmaß, reicht dieser reduzierte Funktionsumfang aus.
In der Praxis nutzen etwa Tischler, Fliesenleger oder Elektriker CAD-Programme, um aus einem Aufmaß direkt eine maßstäbliche Zeichnung zu erstellen, die als Grundlage für Angebot und Ausführung dient. Auch die Übernahme eines gescannten oder bestehenden Plans, etwa über den Vorgang 2D-Plan digitalisieren, erfolgt häufig in einer CAD-Umgebung, bevor daraus konkrete Ausführungsdetails entwickelt werden.
Für einen Küchenbauer ersetzt eine CAD-Zeichnung häufig die klassische Handskizze: Aus den vor Ort aufgenommenen Maßen entsteht direkt eine visualisierte Planung, die dem Kunden zur Freigabe vorgelegt und anschließend unmittelbar für die Fertigung genutzt werden kann, ohne einen zusätzlichen Übertragungsschritt.
Ein häufig unterschätzter Punkt ist der Datenaustausch mit Planern und Kunden. Werden Zeichnungen in einem herstellerspezifischen Format weitergegeben, kann die Gegenseite sie oft nicht öffnen. Verbreitete Austauschformate für zweidimensionale Zeichnungen und der Versand einer zusätzlichen PDF-Fassung lösen dieses Problem mit geringem Aufwand. Ebenso lohnt es sich, eine einheitliche Struktur für Ebenen, Maßstäbe und Beschriftungen festzulegen, damit Zeichnungen verschiedener Mitarbeiter vergleichbar bleiben.
Bezug zur Digitalisierung
Der Unterschied zwischen klassischem CAD und einem vollständigen Bauwerksdatenmodell liegt vor allem in der Datentiefe: Während CAD-Zeichnungen primär geometrisch sind, enthält ein Bauwerksdatenmodell zusätzlich strukturierte Bauteilinformationen, die sich für Mengenermittlung, Kollisionsprüfung oder Betrieb weiterverwenden lassen. Für viele Handwerksbetriebe, die nicht an gewerkeübergreifenden BIM-Projekten beteiligt sind, ist diese zusätzliche Datentiefe im Alltag nicht zwingend notwendig, weshalb einfaches CAD hier weiterhin verbreitet ist.
Arbeitet ein Betrieb intern mit einem 3D-Modell, ohne dieses mit anderen Projektbeteiligten zu koordinieren, entspricht das dem Konzept von Little BIM. Der Übergang zwischen reinem CAD und modellbasiertem Arbeiten ist damit fließend und hängt weniger von der eingesetzten Software als davon ab, wie strukturiert die Bauteildaten hinterlegt sind und ob sie mit anderen geteilt werden.
Betriebe, die überlegen, von reinem CAD auf ein modellbasiertes Arbeiten umzusteigen, sollten zunächst prüfen, ob ihre Auftraggeber tatsächlich Modelldaten verlangen, bevor sie in aufwendigere Software investieren.
Für die meisten Handwerksbetriebe im Ausbau- und Innenausbaubereich bleibt CAD auch mittelfristig die praktikablere Lösung, da der Aufwand für den vollständigen Umstieg auf ein Bauwerksdatenmodell in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen für den eigenen Arbeitsalltag steht, solange keine gewerkeübergreifende Projektbeteiligung ansteht.
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Häufige Fragen zu CAD im Handwerk
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