Glossar

Big BIM

Big BIM bezeichnet die gewerkeübergreifende, unternehmensweite Zusammenarbeit mehrerer Projektbeteiligter an einem gemeinsamen Bauwerksdatenmodell.

Big BIM bezeichnet die Form der BIM-Arbeit, bei der mehrere Projektbeteiligte aus unterschiedlichen Unternehmen und Gewerken gemeinsam an einem koordinierten Bauwerksdatenmodell arbeiten. Architekten, Tragwerksplaner, Haustechnikplaner und ausführende Firmen liefern dabei jeweils ihre Fachmodelle, die zusammengeführt und gegeneinander abgeglichen werden. Der Begriff beschreibt damit weniger eine Technik als eine Organisationsform der Zusammenarbeit über Firmengrenzen hinweg.

Abzugrenzen ist Big BIM von Little BIM, bei dem ein einzelnes Unternehmen oder Gewerk modellbasiert arbeitet, ohne dass die Modelle zwingend mit anderen Beteiligten zusammengeführt werden. Ein Handwerksbetrieb, der intern mit einem 3D-Modell kalkuliert, betreibt Little BIM. Wird dieses Modell dagegen mit den Modellen anderer Fachplaner koordiniert, etwa im Rahmen eines größeren Bauprojekts, wird daraus ein Baustein von Big BIM.

Ein Bauunternehmen, das an einem größeren gewerbe- oder wohnbaulichen Projekt beteiligt ist, erlebt Big BIM meist als regelmäßige Koordinationsrunde mit Architekten, Fachplanern und weiteren ausführenden Firmen. Der eigene Beitrag muss dabei nicht nur intern stimmig sein, sondern auch mit den Modellen der übrigen Beteiligten zusammenpassen, was einen höheren Abstimmungsaufwand mit sich bringt als reine Eigenarbeit.

Bezug zur Digitalisierung

Big-BIM-Projekte setzen einen strukturierten Datenaustausch voraus, häufig über eine Common Data Environment als zentrale Plattform, auf der alle Beteiligten ihre Modelle bereitstellen und abrufen. Damit die einzelnen Fachmodelle zusammenpassen, ist eine funktionierende Modellkoordination notwendig, bei der Kollisionen und Widersprüche zwischen den Gewerken erkannt und aufgelöst werden, bevor auf der Baustelle gebaut wird.

Für den herstellerneutralen Austausch der Fachmodelle wird häufig Open BIM als Ansatz gewählt, bei dem offene Formate statt herstellerspezifischer Programme zum Einsatz kommen. Das erleichtert die Zusammenarbeit, wenn Beteiligte mit unterschiedlicher Software arbeiten, was bei größeren Projekten mit vielen Fachplanern und Gewerken die Regel ist.

Für Handwerksbetriebe, die erstmals in einem Big-BIM-Projekt mitwirken, empfiehlt sich, frühzeitig zu klären, in welchem Format und Rhythmus die eigenen Beiträge erwartet werden. Wer erst kurz vor einem Koordinationstermin ein unvollständiges Modell liefert, erschwert der gesamten Projektgemeinschaft die Abstimmung.

Auch personell bedeutet die Teilnahme an Big-BIM-Projekten häufig einen Mehraufwand, weil regelmäßig jemand aus dem Betrieb an Koordinationsterminen teilnehmen und offene Punkte klären muss. Dieser organisatorische Aufwand sollte bereits bei der Angebotskalkulation berücksichtigt werden, damit er nicht unvergütet im laufenden Projekt anfällt.

FAQ

Häufige Fragen zu Big BIM

Was ist der Unterschied zu Little BIM?
Bei Little BIM arbeitet ein einzelnes Unternehmen oder Gewerk modellbasiert, ohne dass die Modelle zwingend mit anderen zusammengeführt werden. Ein Betrieb, der intern mit einem Modell kalkuliert, betreibt Little BIM. Wird dieses Modell mit den Modellen anderer Fachplaner koordiniert, wird daraus ein Baustein von Big BIM.
Was ändert sich für einen ausführenden Betrieb?
Der eigene Beitrag muss nicht nur intern stimmig sein, sondern auch mit den Modellen der übrigen Beteiligten zusammenpassen. Das bedeutet regelmäßige Koordinationsrunden mit Architekten, Fachplanern und weiteren Firmen und einen höheren Abstimmungsaufwand als bei reiner Eigenarbeit. Wer kurz vor einem Termin ein unvollständiges Modell liefert, erschwert allen die Abstimmung.
Was muss ich vorab klären?
In welchem Format und in welchem Rhythmus die eigenen Beiträge erwartet werden und über welche Plattform der Austausch läuft. Für den herstellerneutralen Austausch wird häufig ein offener Ansatz gewählt, weil bei vielen Beteiligten selten alle dieselbe Software verwenden. Klären Sie zudem, wer Kollisionen auflöst und in welchem Turnus.
Wie kalkuliere ich den Mehraufwand?
Rechnen Sie die Koordination als eigene Position, nicht als Nebensache. Wer an solchen Projekten teilnimmt, stellt regelmäßig jemanden für Abstimmungstermine frei und klärt zwischendurch offene Punkte. Legen Sie die geplante Zahl der Termine zugrunde und setzen Sie eine Stundenzahl an. Sonst wird dieser Aufwand mitgeliefert, ohne je in der Kalkulation aufzutauchen.

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