Glossar

Little BIM

Little BIM bezeichnet die modellbasierte Arbeit innerhalb eines einzelnen Unternehmens oder Gewerks, ohne dass das Modell zwingend mit anderen Beteiligten koordiniert wird.

Little BIM bezeichnet die Anwendung der BIM-Methodik innerhalb eines einzelnen Unternehmens oder Gewerks, ohne dass das dabei entstehende Modell zwingend mit anderen Projektbeteiligten koordiniert wird. Ein Betrieb erstellt und nutzt dabei ein eigenes Bauwerksdatenmodell für interne Zwecke, etwa Mengenermittlung oder Ausführungsplanung, ohne dass dieses Modell zwangsläufig in ein größeres, gewerkeübergreifendes Gesamtmodell einfließt.

Für Handwerksbetriebe ist Little BIM oft der realistischere Einstiegspunkt in modellbasiertes Arbeiten als eine vollständige Beteiligung an einem gewerkeübergreifenden Projekt. Ein Tischler, der intern mit einem 3D-Modell für Möbel- oder Innenausbauplanung arbeitet, betreibt Little BIM, auch wenn dieses Modell nie mit dem Architekturmodell des Gesamtprojekts zusammengeführt wird. Der Übergang zu klassischem CAD im Handwerk ist dabei fließend und hängt vor allem davon ab, wie strukturiert Bauteileigenschaften im Modell hinterlegt sind.

Auch ein Metallbauer, der eigene Treppen- oder Geländerkonstruktionen in einem 3D-Programm entwickelt, um Fertigungsdaten direkt daraus abzuleiten, arbeitet im Sinne von Little BIM, ohne dass dafür ein Austausch mit anderen Projektbeteiligten notwendig wäre. Der Nutzen entsteht hier vor allem aus der internen Effizienz bei Planung und Fertigung.

Der Nutzen zeigt sich vor allem dort, wo dieselben Daten mehrfach gebraucht werden. Ein Modell, das für die Angebotserstellung aufgebaut wurde, liefert später Mengen für die Materialbestellung, Grundlagen für die Fertigungsvorbereitung und Unterlagen für die Abrechnung. Bleibt es dagegen bei einer einmaligen Verwendung für die Visualisierung, steht der Aufwand für die Modellierung in keinem sinnvollen Verhältnis zum Ergebnis.

Bezug zur Digitalisierung

Der Gegenbegriff zu Little BIM ist Big BIM, bei dem mehrere Unternehmen gewerkeübergreifend an einem koordinierten Gesamtmodell arbeiten. Little BIM erfordert dabei deutlich weniger organisatorischen Aufwand, weil kein Abgleich mit fremden Modellen und keine gemeinsame Datenplattform notwendig ist. Der Nutzen bleibt jedoch auf den eigenen Betrieb beschränkt, während sich der Mehrwert von Big BIM erst durch die Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter entfaltet.

Für viele kleinere Handwerksbetriebe ist Little BIM ein sinnvoller erster Schritt, um die Vorteile modellbasierten Arbeitens, etwa genauere Mengenermittlung oder übersichtlichere Planung, zu nutzen, ohne sich sofort auf komplexe Koordinationsprozesse mit anderen Unternehmen einzulassen.

Wer mit Little BIM beginnt, sollte darauf achten, Bauteile von Anfang an mit sinnvollen Eigenschaften zu versehen. Nur so lässt sich das Modell später erweitern oder, falls gewünscht, in ein gewerkeübergreifendes Projekt einbinden, ohne die Arbeit von vorne beginnen zu müssen.

In der Praxis empfiehlt sich, mit einem überschaubaren Pilotprojekt zu starten, statt gleich den gesamten Betrieb auf modellbasiertes Arbeiten umzustellen. So lassen sich Nutzen und Aufwand realistisch einschätzen, bevor größere Investitionen in Software oder Schulung getätigt werden.

FAQ

Häufige Fragen zu Little BIM

Was ist der Unterschied zu Big BIM?
Bei Big BIM werden Fachmodelle mehrerer Beteiligter zusammengeführt, koordiniert und über eine gemeinsame Datenumgebung ausgetauscht, mit entsprechenden Absprachen zu Formaten, Detaillierungsgrad und Verantwortlichkeiten. Little BIM bleibt im eigenen Haus. Der Nutzen entsteht dort aus der eigenen Durchgängigkeit von Planung, Fertigung und Aufmaß, nicht aus der Abstimmung mit anderen.
Wo liegt der Unterschied zu klassischem CAD?
Der Übergang ist fließend und hängt davon ab, wie strukturiert Eigenschaften an den Bauteilen hinterlegt sind. Wer nur Linien zeichnet, arbeitet mit CAD. Wer Bauteile mit Material, Abmessungen und Kennwerten führt und daraus Mengen, Stücklisten oder Fertigungsdaten ableitet, arbeitet modellbasiert, auch ohne Austausch mit anderen Beteiligten.
Lohnt sich das ohne BIM-Projekte?
Ja, wenn im Betrieb ohnehin geplant und gefertigt wird. Ein Tischler leitet Fertigungsdaten aus dem eigenen Modell ab, ein Metallbauer Anschlussmaße für Treppen und Geländer. Der Aufwand rechnet sich über die wegfallende doppelte Erfassung, unabhängig davon, ob ein Auftraggeber jemals ein Modell verlangt.
Was ist der beste Einstieg?
Ein wiederkehrender Bauteiltyp, der bisher jedes Mal neu gezeichnet wird, etwa ein Standardgeländer oder ein Möbelkorpus. Wird er einmal sauber als parametrisches Bauteil angelegt, zahlt sich das bei jedem weiteren Auftrag aus. Der Versuch, gleich das ganze Leistungsspektrum abzubilden, scheitert dagegen meist am Aufwand.

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