Bohrprotokoll digital
Ein digitales Bohrprotokoll erfasst Verlauf, Tiefe und angetroffene Schichten einer Bohrung direkt vor Ort und ersetzt handschriftliche Aufzeichnungen im Bohr- und Brunnenbau.
Ein Bohrprotokoll dokumentiert den Ablauf einer Bohrung. Festgehalten werden Standort und Ansatzpunkt, Bohrverfahren und Gerät, Durchmesser, erreichte Tiefe, die durchfahrenen Schichten mit Tiefenangabe, angetroffene Wasserstände, verwendete Spülung oder Verrohrung, Materialverbrauch sowie Besonderheiten wie Hohlräume, Hindernisse oder Werkzeugwechsel. Bei Verpressungen kommen Mengen und Drücke hinzu.
Erstellt werden Bohrprotokolle im Brunnenbau, bei Erdwärmesonden, bei Baugrunderkundungen und im Spezialtiefbau. Sie sind zugleich Ausführungsnachweis, Abrechnungsgrundlage und fachliche Dokumentation für spätere Arbeiten an derselben Bohrung. Je nach Vorhaben bestehen Melde- und Vorlagepflichten gegenüber Behörden; welche Angaben in welcher Form verlangt werden, ergibt sich aus den einschlägigen Regelwerken und den wasserrechtlichen Vorgaben und ist im Einzelfall zu prüfen.
Die Aufnahme geschieht während des Bohrens, also unter Zeitdruck, im Freien, bei jedem Wetter und mit verschmutzten Händen. Das erklärt, warum Papierprotokolle in der Praxis oft knapp ausfallen und erst abends im Container ergänzt werden – zu einem Zeitpunkt, an dem Details bereits verblasst sind.
Bezug zur Digitalisierung
Beim digitalen Protokoll wird auf einem robusten Tablet oder Smartphone erfasst. Die Vorteile liegen weniger in der Eingabe selbst als in dem, was automatisch dazukommt: Standortkoordinaten, Zeitstempel je Eintrag, Fotos des Bohrguts mit Tiefenzuordnung und Wetterdaten. Bei modernen Bohrgeräten lassen sich Maschinendaten wie Tiefe, Vorschub und Drehmoment direkt übernehmen, sodass der Tiefenverlauf nicht mehr abgelesen werden muss.
Der Nutzen steigt bei den Folgeschritten. Aus dem Protokoll entstehen ohne Zwischenschritt das Schichtenverzeichnis, die Meldung an die Behörde und die Aufmaßgrundlage. Bisher wurde derselbe Sachverhalt drei- bis viermal geschrieben, jeweils in einer anderen Vorlage.
KI setzt an zwei Punkten an. Spracherkennung erlaubt es, den Schichtwechsel im Moment des Auftretens zu diktieren – der praktikabelste Weg, wenn beide Hände am Gerät sind. Und die Bildauswertung des Bohrguts liefert eine Vorklassifizierung der Schicht, die der Fachmann bestätigt oder ändert. Beides ersetzt nicht die fachliche Ansprache, sondern senkt die Hemmschwelle, im richtigen Moment zu erfassen statt später zu rekonstruieren.
Für den Einstieg genügt eine Formularvorlage, die die eigenen wiederkehrenden Bohrarten abbildet. Der Zeitgewinn entsteht durch das, was nicht mehr getippt wird, nicht durch das digitale Formular an sich.
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Häufige Fragen zu Bohrprotokoll digital
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