Glossar

Disposition

Die Disposition ordnet Mitarbeiter, Fahrzeuge und Geräte den anstehenden Aufträgen zu und legt fest, wer wann mit welcher Ausstattung auf welche Baustelle fährt.

Disposition bezeichnet die kurzfristige Zuordnung von Personal, Fahrzeugen, Geräten und Material zu konkreten Aufträgen. Sie beantwortet die Frage, wer morgen mit welchem Fahrzeug und welcher Ausrüstung auf welche Baustelle fährt. Von der längerfristigen Kapazitätsplanung unterscheidet sie sich durch den Zeithorizont: Disposition arbeitet im Bereich von Tagen bis wenigen Wochen und reagiert auf Störungen.

In Handwerksbetrieben liegt die Disposition meist beim Meister oder Bauleiter und erfolgt in vielen Fällen über eine Magnettafel, eine Tabelle oder eine Gruppennachricht am Vorabend. Das funktioniert bei wenigen Kolonnen, stößt aber an Grenzen, sobald Krankmeldungen, Materialverzug und dringende Serviceeinsätze zusammenkommen. Dann ist unklar, welche Umplanung welche Folgen für die übrigen Baustellen hat.

Eine digitale Disposition zeigt Verfügbarkeiten, Qualifikationen und bereits verplante Zeiten in einer Ansicht. Wichtig sind hinterlegte Zusatzinformationen: Wer hat die Befähigung für Arbeiten an Gasanlagen, wer darf den Hubsteiger führen, welches Fahrzeug ist zur Hauptuntersuchung. Ohne diese Angaben bleibt die Planung eine reine Namensliste.

Zu klären ist der Umgang mit kurzfristigen Änderungen. Jede Umplanung betrifft mindestens zwei Baustellen, und die Information muss beide erreichen. Läuft die Änderung nur über einen Anruf an den Vorarbeiter, erfährt der Kunde der zweiten Baustelle nichts und wartet. Sinnvoll ist deshalb eine Regel, dass jede Änderung im System erfolgt und die betroffenen Kunden aktiv informiert werden.

Zu unterscheiden ist die Disposition von der Tourenplanung. Die Disposition entscheidet, wer welchen Auftrag übernimmt; die Tourenplanung ordnet die Reihenfolge der Fahrten. Im Servicegeschäft mit vielen kleinen Einsätzen liegt das größere Einsparpotenzial in der Reihenfolge, im Projektgeschäft dagegen in der richtigen Besetzung der Kolonne.

Bezug zur Digitalisierung

Der Nutzen entsteht durch die Rückkopplung mit anderen Daten. Wenn Zeitbuchungen aus der mobilen Zeiterfassung zurückfließen, wird sichtbar, ob die eingeplante Dauer realistisch war. Änderungen erreichen die Mitarbeitenden direkt auf dem Mobilgerät, statt über eine Kette von Anrufen. Bei Servicebetrieben lässt sich die Disposition mit dem Ticketsystem verbinden, sodass eingehende Störungsmeldungen unmittelbar eingeplant werden.

Algorithmische Verfahren können Tourenvorschläge erzeugen, die Fahrzeiten, Qualifikationen und Termine berücksichtigen, insbesondere bei vielen kleinen Serviceeinsätzen pro Tag. Solche Vorschläge kennen jedoch weder Kundenbeziehungen noch die Belastbarkeit einzelner Mitarbeiter. Sie sind als Entwurf brauchbar, den der Disponent anpasst.

Ein Beispiel aus einem Elektrobetrieb: Für Arbeiten an einer bestimmten Anlagenart ist eine Befähigung erforderlich, über die nur zwei Mitarbeiter verfügen. Ist diese Angabe im System hinterlegt, erscheinen bei der Planung nur passende Personen. Ohne Hinterlegung fällt die fehlende Qualifikation erst beim Termin auf, und die Anfahrt war umsonst.

Praktisch ist die wichtigste Voraussetzung Aktualität. Eine Dispositionsübersicht, die nur morgens stimmt, führt zu Doppelplanungen. Wer Änderungen konsequent im System vornimmt statt per Zuruf, gewinnt mehr als durch zusätzliche Planungsfunktionen.

FAQ

Häufige Fragen zu Disposition

Was ist der Unterschied zur Kapazitätsplanung?
Der Zeithorizont und der Zweck. Die Kapazitätsplanung fragt über Monate hinweg, ob die vorhandene Mannschaft die angenommenen Aufträge überhaupt schafft. Die Disposition verteilt innerhalb weniger Tage konkrete Namen auf konkrete Baustellen. Wer nur disponiert, bemerkt Engpässe erst, wenn sie bereits eingetreten sind und Termine verschoben werden müssen.
Was muss im System hinterlegt sein, damit die Planung trägt?
Nicht nur Namen, sondern auch Qualifikationen und Verfügbarkeiten: Wer hat die Befähigung für Arbeiten an bestimmten Anlagen, wer darf welches Gerät führen, welches Fahrzeug steht zur Hauptuntersuchung an. Ohne diese Angaben bleibt die Planung eine Namensliste, und die fehlende Qualifikation fällt erst beim Termin auf, wenn die Anfahrt bereits erfolgt ist.
Wie gehe ich mit kurzfristigen Umplanungen um?
Denken Sie in Paaren: Wer irgendwo dazukommt, fehlt woanders. Die zweite Baustelle erfährt davon meist zuletzt, und der Kunde dort wartet, ohne zu wissen worauf. Machen Sie deshalb die Eintragung im System zur Bedingung für jede Umplanung und legen Sie fest, wer den betroffenen Kunden anruft. Beides dauert zusammen wenige Minuten.
Was ist der Unterschied zur Tourenplanung?
Die eine Frage lautet wer, die andere in welcher Reihenfolge. Bei vielen kleinen Serviceeinsätzen bringt die Reihenfolge den größeren Gewinn, bei langen Baustellen die passende Besetzung. Rechnerisch erzeugte Touren sind dabei ein brauchbarer Entwurf, aber sie wissen nichts über gewachsene Kundenbeziehungen und über die Belastbarkeit einzelner Leute.

Bereit, KI in Ihrem Betrieb arbeiten zu lassen?

In einer kostenlosen KI-Potenzialanalyse zeigen wir konkret, wo in Ihrem Betrieb Zeit und Geld liegen – unverbindlich und ohne Technik-Kauderwelsch.

Kostenlose KI-Analyse