Gerüstplanung digital
Digitale Gerüstplanung erzeugt Aufbau, Verankerung und Materialbedarf eines Gerüsts am Rechner und liefert Grundlagen für Angebot, Statik, Logistik und Montage.
Gerüstplanung legt fest, wie ein Gerüst an einem konkreten Objekt aufgebaut wird: Feldeinteilung, Gerüstlagen, Belagebenen, Verankerungsraster, Konsolen, Überbrückungen, Aufstiege, Schutzdächer sowie die Gründung auf dem vorhandenen Untergrund. Ergebnis sind ein Aufbauplan, eine Materialliste und – abhängig von Ausführung und Abweichung von Regelausführungen – ein statischer Nachweis. Ob ein Einzelnachweis erforderlich ist, ergibt sich aus den einschlägigen Regelwerken und der konkreten Ausführung und ist im Einzelfall zu prüfen.
Für Gerüstbaubetriebe hat die Planung unmittelbar wirtschaftliche Wirkung. Die Materialliste bestimmt, was verladen wird; fehlende Teile bedeuten eine zweite Anfahrt, überschüssige Teile blockieren Bestand, der auf einer anderen Baustelle gebraucht wird. Die Feldeinteilung bestimmt die Aufbauzeit, und die Standzeit bestimmt die Miete – bei Gerüstbau ist die Planung damit weniger eine Zeichnung als eine Kalkulationsgrundlage.
Auftraggeber sind meist Dachdecker, Maler, Stuckateure oder Bauunternehmen, deren Arbeitsabläufe bestimmen, wo Belagebenen und Öffnungen liegen müssen.
Bezug zur Digitalisierung
Planungsprogramme bilden das Gebäude dreidimensional ab und stellen das Gerüst systemgerecht mit den Bauteilen des jeweiligen Herstellers daran auf. Passt eine Feldlänge nicht, zeigt sich das im Modell statt beim Aufbau. Aus dem Modell fallen Materialliste, Aufbauplan, Verankerungsplan und Angebotsgrundlage gemeinsam an, statt getrennt erstellt zu werden.
Die Gebäudegeometrie kommt zunehmend aus Drohnenbefliegungen oder Laserscans. Das ist bei Bestandsgebäuden der entscheidende Punkt: Verzogene Fassaden, Erker, Vorsprünge und Gesimse lassen sich vom Boden aus kaum vollständig erfassen, bestimmen aber den Aufbau. Eine Befliegung von wenigen Minuten ersetzt eine aufwendige Begehung und liefert zugleich die Dokumentation des Bestandszustands vor Beginn.
KI setzt bei der Modellbildung an. Aus Punktwolken werden Fassadenebenen, Öffnungen und Vorsprünge automatisch erkannt, sodass das Gebäude nicht von Hand modelliert wird. Bei der Feldeinteilung übernehmen Optimierungsverfahren die Suche nach der Aufteilung mit dem geringsten Materialeinsatz und der kürzesten Aufbauzeit – eine Aufgabe mit vielen Varianten, die in der Praxis meist nach Erfahrung entschieden wird.
Nachgelagert verbindet sich die Planung mit der Logistik: Die Materialliste wird gegen den verfügbaren Bestand geprüft, sodass Engpässe vor der Terminzusage sichtbar werden. Genau dort entsteht in vielen Betrieben der größere Nutzen als bei der Zeichnung selbst.
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Häufige Fragen zu Gerüstplanung digital
Warum ist die Planung vor allem eine Kalkulationsgrundlage?
Was bringt die Aufnahme per Drohne oder Laserscan?
Was zeigt sich im Modell, was sonst erst beim Aufbau auffällt?
Wo liegt der größere Nutzen als bei der Zeichnung?
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