Ladeinfrastruktur planen
Die Planung von Ladeinfrastruktur legt Anzahl, Leistung, Anbindung und Lastmanagement von Ladepunkten fest und stimmt sie auf Netzanschluss, Nutzung und Gebäudetechnik ab.
Die Planung von Ladeinfrastruktur bestimmt, wie viele Ladepunkte mit welcher Leistung an einem Standort errichtet werden und wie sie elektrisch angebunden werden. Zu klären sind der verfügbare Netzanschluss und die Anschlussleistung, die Lastsituation des Gebäudes, die Verlegewege für die Zuleitungen, der Schutz- und Zählerkonzept, das Lastmanagement bei mehreren Ladepunkten sowie die Abrechnung, wenn geladene Energie einzelnen Nutzern zugeordnet werden muss.
Der begrenzende Faktor ist fast immer die vorhandene Anschlussleistung. In einer Tiefgarage mit mehreren Stellplätzen reicht sie selten aus, um alle Ladepunkte gleichzeitig mit voller Leistung zu betreiben. Statisches oder dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung, sodass mehr Ladepunkte errichtet werden können, als die Anschlussleistung bei ungesteuertem Betrieb zuließe.
Ausgeführt wird das von Elektrobetrieben, bei größeren Anlagen mit Planungsbüro. Anmelde- und Genehmigungspflichten gegenüber dem Netzbetreiber sowie Anforderungen an Mess- und Eichrecht bei abgerechneter Energie ergeben sich aus den einschlägigen Regelwerken und sind im Einzelfall zu prüfen.
Ebenso zu klären ist die Betreiberfrage. In Wohnungseigentümergemeinschaften und bei vermieteten Stellplätzen ist zu entscheiden, wer die Anlage betreibt, wer die Abrechnung übernimmt und wie mit Nutzerwechseln umgegangen wird. Diese organisatorischen Punkte entscheiden häufiger über den Projekterfolg als die technische Auslegung und sollten vor der Angebotsabgabe geklärt sein.
Bezug zur Digitalisierung
Planungssoftware bildet Anschluss, Verteilung und Ladepunkte ab und rechnet Leitungsquerschnitte, Spannungsfall und Schutzeinstellungen. Aus dem Modell fallen Stromlaufplan, Materialliste, Verteilerdokumentation und die Unterlagen für die Netzbetreiberanmeldung an, statt getrennt erstellt zu werden.
Der Punkt, an dem Daten den Unterschied machen, ist die Bemessung. Wird das Lastmanagement anhand von Annahmen ausgelegt, fällt es entweder zu knapp oder zu großzügig aus. Eine Lastmessung am Anschluss über einige Wochen zeigt den tatsächlichen Verlauf mit seinen Spitzen und ist die Grundlage für eine belastbare Auslegung. Solche Messungen laufen über Datenlogger und lassen sich ohne Ortstermin auswerten.
KI setzt bei der Prognose an. Aus gemessenen Lastprofilen und dem erwarteten Ladeverhalten lässt sich simulieren, wie oft es zu Leistungsbegrenzungen kommt und wie lange Ladevorgänge dauern. Im Betrieb steuern lernende Verfahren die Leistungsverteilung nach Abfahrtszeiten, Ladezustand und Strompreis, statt nur gleichmäßig zu verteilen. In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und einer Prognose der Erzeugung lässt sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen.
Zu dokumentieren ist außerdem die Übergabe an den Betreiber. Einweisung in Ladefreigabe, Störungsbehebung und Lastmanagement, Zugangsdaten für die Verwaltungsoberfläche und die Zuordnung der Ladepunkte zu Stellplätzen gehören in ein Protokoll. Ohne diese Unterlagen entstehen Serviceeinsätze für Vorgänge, die der Betreiber selbst erledigen könnte.
Für den Betrieb ist ein Hinweis wichtig: Die Planung sollte Erweiterbarkeit vorsehen. Leerrohre und ausreichend dimensionierte Zuleitungen kosten beim ersten Ausbau wenig und ersparen beim zweiten den vollständigen Rückbau – die häufigste Nachforderung bei Ladeinfrastruktur ist zusätzlicher Bedarf, nicht mehr Leistung je Punkt.
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Häufige Fragen zu Ladeinfrastruktur planen
Was ist meist der begrenzende Faktor?
Wie lege ich das Lastmanagement belastbar aus?
Welche organisatorischen Fragen entscheiden über den Projekterfolg?
Was sollte die Planung vorsehen?
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