Glossar

Datenlogger

Ein Datenlogger zeichnet Messwerte über einen Zeitraum selbsttätig auf und liefert damit Verläufe statt einzelner Momentaufnahmen.

Ein Datenlogger ist ein Gerät, das Messwerte in festgelegten Abständen aufzeichnet und speichert. Erfasst werden je nach Anwendung Temperatur, Luftfeuchte, Materialfeuchte, Druck, Durchfluss, Stromstärke, Leistung, Schall oder Bewegungen. Die Daten werden entweder im Gerät gespeichert und später ausgelesen oder per Funk beziehungsweise Mobilfunk laufend übertragen.

Der wesentliche Unterschied zur Handmessung ist die Zeitachse. Eine Handmessung liefert einen Wert zu einem Zeitpunkt, meist während der Arbeitszeit und bei einem Anlagenzustand, der zufällig gerade vorliegt. Ein Logger liefert den Verlauf über Tage oder Wochen – einschließlich der Nachtstunden, der Wochenenden und der Betriebszustände, die niemand beobachtet. Viele Probleme in der Gebäudetechnik zeigen sich genau dort und sind bei einer Stichprobe unsichtbar.

Eingesetzt wird das von SHK bei Heizkurven, Zirkulationstemperaturen und Anlagenverhalten, von Elektrobetrieben bei Lastmessungen vor der Auslegung von Ladeinfrastruktur, von Sanierungsbetrieben bei Trocknungsverläufen und von Malern und Bodenlegern bei Raumklimaüberwachung vor Beschichtungen.

Bezug zur Digitalisierung

Der Logger ist häufig der pragmatischste Einstieg in datenbasiertes Arbeiten. Er erfordert keine Anlagenschnittstelle, keine Herstellerfreigabe und keine Netzwerkanbindung des Kunden. Er wird aufgestellt oder angeklemmt, misst und wird wieder abgeholt. Für Betriebe, deren Anlagenbestand älter ist und keine Cloud-Anbindung bietet, ist er die einzige praktikable Möglichkeit, an Verlaufsdaten zu kommen.

Wirtschaftlich lässt sich das als eigene Leistung anbieten: eine Messwoche mit anschließender Auswertung und Empfehlung. Das ist eine bezahlte Beratungsleistung, die häufig in einen Optimierungs- oder Modernisierungsauftrag mündet.

KI setzt bei der Auswertung an. Ein zweiwöchiger Verlauf im Minutentakt umfasst mehrere zehntausend Werte, die niemand durchsieht. Automatische Auswertung erkennt Muster: Taktverhalten, Nachtabsenkung, Zusammenhänge zwischen Außentemperatur und Vorlauf, Lastspitzen zu bestimmten Zeiten. Aus den Kennzahlen erzeugen Sprachmodelle einen verständlichen Bericht für den Kunden, was den Aufwand der Nachbereitung deutlich senkt.

Bei Loggern mit Funkanbindung entfällt zusätzlich das Abholen. Der Verlauf ist laufend einsehbar, und bei Auffälligkeiten kann früher eingegriffen werden – bei Trocknungen oder kritischen Raumklimabedingungen ist das der entscheidende Punkt.

Ein praktischer Hinweis: Die Platzierung des Fühlers bestimmt die Aussagekraft mehr als die Genauigkeit des Geräts. Ein Temperaturfühler in direkter Sonneneinstrahlung oder an einer Rohrleitung ohne Wärmekontakt liefert saubere Kurven mit falschem Inhalt.

FAQ

Häufige Fragen zu Datenlogger

Mit welcher Ausrüstung fange ich sinnvoll an?
Meist genügen zwei bis drei einfache Temperatur- und Feuchtelogger sowie ein Gerät für die gewerkstypische Messgröße, etwa Strom oder Durchfluss. Die Auswertesoftware liefern die Hersteller in der Regel mit. Sinnvoll ist, mit einer konkreten Anwendung zu beginnen, die im Betrieb ohnehin regelmäßig vorkommt, und erst danach zu erweitern.
Wie rechne ich eine Messwoche gegenüber dem Kunden ab?
Als eigenständige Leistung mit An- und Abfahrt, Gerätenutzung, Auswertung und Bericht, idealerweise als Festpreis mit schriftlich beschriebenem Umfang. So ist klar, dass Messung und Auswertung bezahlte Arbeit sind und keine kostenlose Vorleistung für ein Angebot. Möglich ist, den Betrag bei Beauftragung der empfohlenen Maßnahme teilweise anzurechnen.
Wie kurz sollte das Messintervall gewählt werden?
Das richtet sich nach der Fragestellung. Taktverhalten eines Wärmeerzeugers oder Lastspitzen im Netz erfordern ein kurzes Intervall, Trocknungsverläufe und Raumklima kommen mit deutlich längeren Abständen aus. Ein sehr kurzes Intervall erzeugt Datenmengen ohne zusätzlichen Erkenntniswert und verkürzt die Batterielaufzeit. Im Zweifel lieber enger messen und dafür die Messdauer begrenzen.
Brauche ich Zugang zum Netzwerk des Kunden?
Bei Geräten mit internem Speicher oder eigener Mobilfunkverbindung nicht, und genau das ist ihr Vorteil gegenüber einer Anlagenanbindung. Zu klären bleiben Stromversorgung, Zugänglichkeit des Messorts und der Zutritt zum Abholen. Werden Räume erfasst, die Personen zuzuordnen sind, gehört die Zustimmung von Eigentümer und Nutzer vorab schriftlich geklärt.

Bereit, KI in Ihrem Betrieb arbeiten zu lassen?

In einer kostenlosen KI-Potenzialanalyse zeigen wir konkret, wo in Ihrem Betrieb Zeit und Geld liegen – unverbindlich und ohne Technik-Kauderwelsch.

Kostenlose KI-Analyse