Glossar

Solarpotenzialanalyse

Eine Solarpotenzialanalyse bewertet, wie gut sich eine Dach- oder Freifläche für Photovoltaik oder Solarthermie eignet, anhand von Ausrichtung, Neigung, Fläche und Verschattung.

Eine Solarpotenzialanalyse beurteilt die Eignung einer Fläche für die solare Nutzung. Bewertet werden die nutzbare Fläche, Ausrichtung und Neigung, die Verschattung durch Gebäude, Bäume und Dachaufbauten im Tages- und Jahresverlauf sowie die zu erwartende Einstrahlung. Ergebnis ist eine Einschätzung des möglichen Ertrags, häufig als Kennwert je Quadratmeter oder als Eignungsklasse der Teilflächen.

Sie steht vor der eigentlichen Auslegung und dient der Vorentscheidung: Lohnt sich eine Anlage an diesem Objekt, welche Dachseiten kommen in Betracht, und welche Größenordnung ist realistisch. Für den Betrieb ist das eine Frage der Akquise – eine belastbare Vorabaussage ohne Ortstermin senkt den Aufwand pro Anfrage erheblich, gerade weil viele Anfragen nicht zum Auftrag führen.

Genutzt wird das von Elektrobetrieben, Solarteuren, Dachdeckern und Energieberatern. Viele Kommunen und Länder stellen Solarkataster als öffentliche Kartendienste bereit, die eine erste Einschätzung je Gebäude liefern.

Wo KI ansetzt

Die Datengrundlage stammt aus Luftbildern, Laserscandaten aus Befliegungen und digitalen Gebäude- und Geländemodellen. Daraus lassen sich Dachflächen mit Neigung und Ausrichtung ableiten, ohne das Objekt zu betreten. Die Verschattung wird über den Sonnenstandsverlauf gegen die Umgebungsgeometrie gerechnet, sodass auch der Baum auf dem Nachbargrundstück eingeht.

Die Erkennung der Dachflächen ist dabei die Aufgabe, die maschinelle Verfahren übernehmen. Aus Bild- und Höhendaten werden Gebäudeumrisse, einzelne Dachflächen, Gauben, Kamine und Dachfenster segmentiert. Was früher manuelles Digitalisieren war, läuft flächendeckend über ganze Gemeinden. Die Genauigkeit reicht für eine Voreinschätzung, nicht für die Belegungsplanung – dafür bleibt eine Dachflächenermittlung am Objekt maßgeblich.

Ein zweiter Ansatz betrifft die Priorisierung. Aus öffentlich verfügbaren Daten lassen sich Objekte mit hohem Potenzial identifizieren, was für die Vertriebsplanung nutzbar ist. Dabei sind allerdings die datenschutzrechtlichen Grenzen zu beachten: Gebäudebezogene Daten aus Kartendiensten sind etwas anderes als eine personenbezogene Ansprache, und die Nutzung öffentlicher Daten für Werbezwecke unterliegt eigenen Anforderungen.

Der dritte Punkt ist das Kundengespräch. Eine Darstellung des Ertragsverlaufs über das Jahr, kombiniert mit dem Verbrauchsprofil, macht verständlich, warum ein Speicher sinnvoll ist oder nicht. Das ersetzt Faustregeln durch objektbezogene Aussagen.

Bei aller Automatisierung bleibt eine Einschränkung: Statik, Zustand der Eindeckung und Verfügbarkeit des Netzanschlusses gehen in keine Potenzialanalyse ein. Sie entscheiden aber häufig darüber, ob eine rechnerisch gut geeignete Fläche tatsächlich belegt werden kann.

FAQ

Häufige Fragen zu Solarpotenzialanalyse

Was unterscheidet sie von der Auslegung?
Die Potenzialanalyse steht davor und dient der Vorentscheidung: Lohnt sich eine Anlage an diesem Objekt, welche Dachseiten kommen in Betracht, welche Größenordnung ist realistisch. Die Auslegung legt anschließend Module, Wechselrichter, Verschaltung und Anbindung fest. Sinnvoll ist deshalb, beide Schritte im Angebot getrennt auszuweisen, damit dem Kunden der Unterschied im Aufwand erkennbar ist. Die Potenzialanalyse ist in Minuten erstellt, die Auslegung nicht.
Wofür reicht die Genauigkeit?
Für eine Voreinschätzung ohne Ortstermin, nicht für die Belegungsplanung. Dachflächen werden aus Luftbildern, Laserscandaten und Gebäudemodellen abgeleitet, Gauben, Kamine und Dachfenster automatisch segmentiert. Für die konkrete Belegung bleibt eine Ermittlung am Objekt maßgeblich. Sinnvoll ist deshalb, im Gespräch ausdrücklich zu benennen, dass es sich um eine Voreinschätzung handelt und die verbindliche Belegung erst nach dem Ortstermin feststeht. Damit entstehen keine falschen Erwartungen.
Welchen Nutzen hat das für die Akquise?
Eine belastbare Vorabaussage senkt den Aufwand je Anfrage erheblich, gerade weil viele Anfragen nicht zum Auftrag führen. Im Kundengespräch macht die Darstellung des Ertragsverlaufs über das Jahr zusammen mit dem Verbrauchsprofil verständlich, warum ein Speicher sinnvoll ist oder nicht. Sinnvoll ist deshalb, die Analyse als Standardschritt vor jedem Ortstermin einzuplanen und ihr Ergebnis dem Kunden vorab zu senden.
Was geht in keine Potenzialanalyse ein?
Statik, Zustand der Eindeckung und Verfügbarkeit des Netzanschlusses. Genau diese Punkte entscheiden aber häufig darüber, ob eine rechnerisch gut geeignete Fläche tatsächlich belegt werden kann. Sie gehören deshalb in den Ortstermin, bevor eine Zusage gegenüber dem Kunden erfolgt. Sinnvoll ist deshalb, diese drei Punkte im Ortstermin als feste Prüfliste abzuarbeiten und das Ergebnis zu notieren.

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