Glossar

Systemliste KI

Eine Systemliste KI ist eine Übersicht aller im Betrieb eingesetzten KI-Werkzeuge mit Zweck, Anbieter, verantwortlicher Person und Angaben zum Umgang mit Daten.

Eine Systemliste KI ist eine einfache Übersicht darüber, welche KI-gestützten Werkzeuge ein Betrieb tatsächlich einsetzt. Sie ist keine gesetzlich vorgeschriebene Urkunde, sondern ein Arbeitsmittel. Typische Spalten sind Name des Werkzeugs, Anbieter, Zweck im Betrieb, wer es nutzt, welche Daten hineingehen, ob personenbezogene Daten betroffen sind, ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung vorliegt und wer im Haus dafür zuständig ist. Sie beantwortet damit die Frage, die jeder Prüfung, Kundenanfrage und Aufräumaktion vorausgeht: Was nutzen wir eigentlich?

Diese Frage ist in Handwerks- und Baubetrieben schwerer zu beantworten, als sie klingt. KI kommt selten als bewusst eingekauftes Produkt ins Haus. Sie steckt als Zusatzfunktion in der Handwerkersoftware, in der Fotodokumentations-App, im Office-Paket, im Mailprogramm, in der Telefonanlage und in Werkzeugen, die einzelne Mitarbeiter privat entdeckt und mitgebracht haben. Ohne Übersicht arbeitet ein Betrieb mit einem Dutzend Systemen, von denen die Geschäftsführung drei kennt.

Was das im Betrieb bedeutet

Der Aufbau ist unaufwendig. Eine Tabelle genügt. Sinnvoll ist es, nicht mit einer Theorie zu beginnen, sondern mit einer Runde durch die Abteilungen: Büro, Kalkulation, Bauleitung, Lager, Personal. Gefragt wird nicht nach künstlicher Intelligenz, sondern danach, welche Programme, Apps und Onlinedienste im Alltag verwendet werden. Aus dieser Sammlung ergibt sich schnell, wo KI im Spiel ist.

Der Nutzen zeigt sich an mehreren Stellen. Bei Anfragen aus einer Präqualifikation oder von Industriekunden liegt die Antwort bereit. Für das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO ist die Liste die halbe Vorarbeit. Beim Ausscheiden eines Mitarbeiters ist erkennbar, welche Zugänge zu deaktivieren sind. Und bei Kostenkontrollen wird sichtbar, wo drei Werkzeuge dasselbe leisten.

Wichtig ist die Pflege. Eine Liste, die einmal erstellt und dann vergessen wird, führt in die Irre. Praktikabel ist eine Regel, nach der neue Werkzeuge vor der Einführung eingetragen werden, und ein fester Termin einmal jährlich, an dem der Bestand durchgesehen wird. Die verantwortliche Person für KI ist dafür der natürliche Ansprechpartner.

Hilfreich ist eine zusätzliche Spalte zur Kritikalität. Werkzeuge, die nur Textentwürfe erzeugen, brauchen wenig Aufmerksamkeit. Alles, was Kundendaten, Personalthemen oder verbindliche Aussagen berührt, gehört genauer betrachtet und mit einem Freigabeschritt versehen. So wird aus der Liste kein Selbstzweck, sondern eine Grundlage für Entscheidungen darüber, wo der Betrieb Aufwand investiert.

Für einen Heizungsbauer oder Tischler mit zwanzig Beschäftigten passt die Liste in der Regel auf eine Seite. Genau das ist der Maßstab: so ausführlich, dass sie Auskunft gibt, und so knapp, dass sie tatsächlich gepflegt wird.

FAQ

Häufige Fragen zu Systemliste KI

Warum ist die Frage schwerer zu beantworten, als sie klingt?
Weil kaum ein Betrieb KI bewusst einkauft. Sie kommt als Zusatzfunktion mit: im Update der Handwerkersoftware, in der Foto-App, im Mailprogramm, in der Telefonanlage, im Textprogramm. Dazu kommen Dienste, die einzelne Beschäftigte auf eigene Faust nutzen. Die Geschäftsführung nennt beim Nachfragen typischerweise ein paar Systeme; die Liste wird deutlich länger.
Wie erstelle ich sie ohne großen Aufwand?
Eine Tabelle und ein Rundgang genügen. Gehen Sie durch Büro, Kalkulation, Bauleitung, Lager und Personal und fragen Sie nach Programmen, Apps und Onlinediensten, nicht nach künstlicher Intelligenz; auf die Frage antwortet sonst jeder mit Nein. Welche Einträge KI enthalten, klären Sie danach am Schreibtisch. In kleineren Betrieben dauert das einen Vormittag.
Wofür brauche ich sie konkret?
Sie zahlt sich an vier Stellen aus: bei Präqualifikationen und Fragebögen von Industriekunden, beim Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, das damit zur Hälfte steht, beim Ausscheiden einer Person, wo klar ist, welche Zugänge zu schließen sind, und bei den Kosten, weil sichtbar wird, wo mehrere Werkzeuge dasselbe tun.
Wie halte ich sie aktuell?
Über zwei Regeln: Neue Werkzeuge werden vor der Einführung eingetragen, und einmal jährlich wird der Bestand durchgesehen. Eine Liste, die einmal erstellt und dann vergessen wird, führt in die Irre. Hilfreich ist eine Spalte zur Kritikalität, damit Werkzeuge mit Kunden-, Personal- oder Vertragsbezug einen Freigabeschritt erhalten.

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