Glossar

Technische Dokumentation

Die technische Dokumentation beschreibt Aufbau, Funktionsweise, Datengrundlage und Grenzen eines KI-Systems und wird vom Anbieter für Behörden und Betreiber bereitgestellt.

Die technische Dokumentation ist die systematische Beschreibung eines KI-Systems: wozu es bestimmt ist, wie es aufgebaut ist, mit welchen Daten es entwickelt wurde, welche Leistung es erbringt, welche Grenzen und bekannten Risiken bestehen und wie eine menschliche Aufsicht vorgesehen ist. Nach der Verordnung (EU) 2024/1689 ist sie eine Pflicht des Anbieters, insbesondere bei Systemen mit erhöhtem Risiko. Sie richtet sich an Aufsichtsstellen und dient als Grundlage dafür, dass ein System überhaupt bewertet werden kann.

Handwerks- und Baubetriebe erstellen diese Unterlagen nicht. Sie sind Betreiber, also Anwender eines eingekauften Systems. Die Dokumentation liegt beim Hersteller der Handwerkersoftware, beim Anbieter des Telefonassistenten oder beim Betreiber des Sprachmodells. Berührung entsteht dort, wo aus der Dokumentation die praktisch nutzbaren Teile abgeleitet werden, vor allem die Gebrauchsanweisung mit Angaben zum bestimmungsgemäßen Einsatz.

Was das im Betrieb bedeutet

Für den Betrieb ist die Dokumentation vor allem ein Auswahlkriterium. Ein Anbieter, der auf einfache Fragen keine belastbare Antwort geben kann, ist ein Risiko, unabhängig von rechtlichen Kategorien. Sinnvolle Fragen sind: Wofür ist die Funktion gedacht und wofür ausdrücklich nicht? Woran erkennt der Nutzer ein falsches Ergebnis? Wo werden die Daten verarbeitet? Wird die Eingabe zum Training verwendet? Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO?

Besonders relevant sind die dokumentierten Grenzen. Eine Bilderkennung, die auf Fassaden trainiert wurde, liefert im Innenausbau schlechtere Ergebnisse. Ein Modell zur Mengenermittlung rechnet auf Basis bestimmter Plandarstellungen und kommt mit einem gescannten Handskizzenplan an seine Grenzen. Wer solche Angaben kennt, setzt das Werkzeug dort ein, wo es trägt, und spart sich Nacharbeit.

Ein zweiter Punkt ist die eigene Dokumentationsgrenze. Wenn ein Betrieb ein zugekauftes System wesentlich verändert, es unter eigenem Namen anbietet oder für einen anderen Zweck einsetzt als vom Hersteller vorgesehen, kann sich die Rolle verschieben. Für die meisten Betriebe ist das kein Thema, für ein Ingenieurbüro, das eigene Auswertewerkzeuge an Kunden weitergibt, kann es eines werden.

Hilfreich ist außerdem, die für den Alltag wichtigen Punkte in eigene Worte zu übersetzen. Aus einer mehrseitigen Herstellerbeschreibung werden dann drei Sätze für die Monteure: wofür das Werkzeug gedacht ist, was es nicht kann und was vor der Verwendung eines Ergebnisses zu prüfen ist. Diese Kurzfassung wird gelesen, das Originaldokument in der Regel nicht.

Praktisch genügt es, die Unterlagen der eingesetzten Anbieter herunterzuladen und zusammen mit der Systemliste abzulegen. Damit ist der Betrieb auskunftsfähig, ohne selbst Dokumentation erstellen zu müssen.

FAQ

Häufige Fragen zu Technische Dokumentation

Muss mein Betrieb so etwas selbst erstellen?
In aller Regel nicht. Handwerks- und Baubetriebe sind Betreiber, also Anwender eines eingekauften Systems; die Dokumentation liegt beim Hersteller. Praktisch genügt es, die Unterlagen der eingesetzten Anbieter herunterzuladen und zusammen mit der eigenen Systemliste abzulegen. Sinnvoll ist außerdem, die heruntergeladenen Unterlagen mit Datum und Versionsstand abzulegen, weil sich Herstellerangaben mit jeder neuen Fassung ändern können. Damit bleibt nachvollziehbar, worauf sich die eigene Einschätzung stützte.
Welche Fragen sollte ich einem Anbieter stellen?
Wofür die Funktion gedacht ist und wofür ausdrücklich nicht, woran der Nutzer ein falsches Ergebnis erkennt, wo die Daten verarbeitet werden, ob Eingaben zum Training verwendet werden und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt. Wer darauf keine belastbare Antwort gibt, ist unabhängig von rechtlichen Kategorien ein Risiko. Sinnvoll ist außerdem, die Antworten schriftlich einzuholen und zur Systemliste zu nehmen.
Warum sind die dokumentierten Grenzen so wichtig?
Weil sie den sinnvollen Einsatzbereich bestimmen. Eine Bilderkennung, die auf Fassaden trainiert wurde, liefert im Innenausbau schlechtere Ergebnisse; ein Verfahren zur Mengenermittlung kommt mit gescannten Handskizzen an seine Grenzen. Wer diese Angaben kennt, setzt das Werkzeug dort ein, wo es trägt, und spart Nacharbeit. Sinnvoll ist außerdem, die genannten Grenzen im Team bekannt zu machen, damit das Werkzeug nicht außerhalb seines Einsatzbereichs verwendet wird.
Wie mache ich die Unterlagen im Betrieb nutzbar?
Indem die für den Alltag wichtigen Punkte in eigene Worte übersetzt werden. Aus einer mehrseitigen Herstellerbeschreibung werden drei Sätze für die Monteure: wofür das Werkzeug gedacht ist, was es nicht kann und was vor der Verwendung eines Ergebnisses zu prüfen ist. Diese Kurzfassung wird gelesen, das Originaldokument nicht.

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