5D-Planung
5D-Planung erweitert das Bauwerksdatenmodell um Kosteninformationen, sodass sich Mengen und Preise direkt aus den Bauteilen des Modells ableiten lassen.
5D-Planung bezeichnet die Verknüpfung eines Bauwerksdatenmodells mit Kosteninformationen als fünfter Dimension, zusätzlich zu den drei geometrischen Dimensionen und der Zeitdimension der 4D-Planung. Jedem Bauteil im Modell werden dabei Mengen und Preise zugeordnet, sodass sich Kostenschätzungen direkt aus der Geometrie ableiten lassen, statt sie getrennt in einer Kalkulationstabelle zu erfassen.
Im Bauablauf betrifft das vor allem Fachplaner, Generalunternehmer und größere Handwerksbetriebe, die im Rahmen von BIM-Projekten kalkulieren. Ändert sich beispielsweise die Fassadenfläche im Modell, aktualisiert sich bei konsequenter 5D-Anwendung auch die betroffene Kostenposition, ohne dass sie manuell neu berechnet werden muss. Für kleinere Handwerksbetriebe, die nicht selbst im Modell arbeiten, äußert sich 5D-Planung meist indirekt: Sie erhalten Mengen oder Leistungsverzeichnisse, die bereits aus einem Modell abgeleitet wurden.
Ein Fliesenleger oder Maler, der an einem solchen Projekt beteiligt ist, erhält dadurch häufig bereits vorab berechnete Flächenangaben, muss diese für ein belastbares Angebot aber weiterhin mit der eigenen Erfahrung und einer punktuellen Kontrolle vor Ort abgleichen, da Modellabweichungen sich sonst ungeprüft in die eigene Kalkulation übertragen.
Bezug zur Digitalisierung
Der praktische Nutzen der 5D-Planung liegt in der durchgängigen Datenbasis: Mengenänderungen im Modell wirken sich unmittelbar auf die Kostenermittlung am Modell aus, was Planungsänderungen schneller kalkulierbar macht. Nach Fertigstellung lassen sich die tatsächlich verbauten Mengen mit den ursprünglich kalkulierten Werten vergleichen und für die Nachkalkulation heranziehen.
Wichtig ist die Abgrenzung zur reinen Modellbasierten Abrechnung: Diese bezieht sich auf die Abrechnung tatsächlich erbrachter Leistungen anhand von Modelldaten, während 5D-Planung bereits die Kalkulationsphase vor Baubeginn betrifft. Beide Ansätze setzen voraus, dass die Bauteile im Modell mit korrekten Eigenschaften und Mengenangaben hinterlegt sind, was in der Praxis eine sorgfältige Modellpflege erfordert.
Für Handwerksbetriebe, die in 5D-Projekten mitwirken, empfiehlt sich, frühzeitig zu klären, welche eigenen Leistungspositionen im Modell abgebildet werden und in welcher Detailtiefe. Fehlen relevante Bauteile oder Eigenschaften im Modell, muss die eigene Kalkulation weiterhin ergänzend erfolgen, damit keine Mengen übersehen werden.
Gerade bei Umbauten oder Sanierungen, wo der Bestand nicht immer vollständig im Modell erfasst ist, bleibt eine eigenständige Prüfung der Mengen wichtig. Wer sich ausschließlich auf die im Modell hinterlegten Werte verlässt, ohne Abweichungen im Bestand zu berücksichtigen, riskiert eine Fehlkalkulation, die sich erst während der Ausführung bemerkbar macht.
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Häufige Fragen zu 5D-Planung
Muss ich als Handwerksbetrieb selbst 5D-fähige Software haben?
Wer haftet, wenn die Mengen aus dem Modell falsch sind?
Was unterscheidet 5D von einer gewöhnlichen Kalkulationssoftware?
Womit fange ich an, wenn ein Auftraggeber 5D verlangt?
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