Glossar

Anweisung an ein Sprachmodell

Eine Anweisung an ein Sprachmodell ist die in natürlicher Sprache formulierte Aufgabenbeschreibung, die festlegt, welches Ergebnis das Modell liefern soll und unter welchen Vorgaben.

Eine Anweisung an ein Sprachmodell ist der Text, mit dem ein Nutzer beschreibt, welche Aufgabe das Modell erledigen soll. Sie enthält im Regelfall die Aufgabe selbst, den nötigen Kontext, Vorgaben zu Umfang und Form sowie gegebenenfalls Beispiele. Das Modell besitzt kein Wissen über den Betrieb, aus dem heraus die Anfrage gestellt wird, und arbeitet ausschließlich mit dem, was in der Anweisung und im laufenden Verlauf steht.

Im Handwerksbetrieb entstehen solche Anweisungen meist beiläufig: Ein Bauleiter diktiert Stichpunkte von der Baustelle und bittet um ein sauberes Protokoll, eine Bürokraft lässt aus einer Kundenmail einen Rückfragenkatalog erzeugen, ein Malermeister lässt eine Angebotsbeschreibung für einen Fassadenanstrich formulieren. Der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem unbrauchbaren Ergebnis liegt fast immer in der Anweisung, nicht im Modell. Wer nur “schreib ein Angebot” eingibt, bekommt eine generische Vorlage. Wer Gewerk, Leistungsumfang, Kunde, gewünschte Länge und Tonfall angibt, bekommt einen Entwurf, der sich mit wenigen Korrekturen versenden lässt.

Zu unterscheiden ist die einzelne Anweisung von der dauerhaft hinterlegten Vorgabe. Eine Systemanweisung gilt für alle Anfragen in einem Werkzeug und legt Grundregeln fest, etwa dass auf Deutsch und ohne frei erzeugte Zahlen geantwortet wird. Die einzelne Anweisung beschreibt darauf aufbauend den konkreten Fall. Diese Trennung erspart Wiederholungen und sorgt dafür, dass betriebliche Grundregeln auch dann greifen, wenn jemand unter Zeitdruck nur wenige Worte eingibt.

Wo KI ansetzt

Praktisch bewährt hat sich ein fester Aufbau: Rolle und Aufgabe zuerst, dann der konkrete Sachverhalt, dann Vorgaben zu Form und Länge, zuletzt die Einschränkungen. Zu den Einschränkungen gehört im Bau- und Handwerksumfeld regelmäßig der Hinweis, keine Preise, Mengen oder Normbezüge zu ergänzen, die nicht in der Eingabe stehen. Sprachmodelle füllen Lücken bereitwillig, und im Ergebnis stehen dann erfundene Materialpreise oder Normnummern im Text, die niemand geprüft hat.

Eine weitere Fehlerquelle betrifft den Inhalt der Eingabe. Damit ein Ergebnis brauchbar wird, landen häufig vollständige Kundenmails samt Name, Anschrift und Telefonnummer im Chatfenster. Ob diese Angaben dort verarbeitet werden dürfen, hängt vom eingesetzten Dienst und der vereinbarten Auftragsverarbeitung ab. Im Zweifel genügt es, die Anweisung mit anonymisierten Angaben zu formulieren und die echten Daten erst im fertigen Text zu ergänzen.

Anweisungen sollten außerdem nicht jedes Mal neu erfunden werden. Was funktioniert hat, gehört als Prompt-Vorlage festgehalten und im Team geteilt, damit alle Mitarbeitenden mit derselben Grundlage arbeiten. Für wiederkehrende Aufgaben wie Bautagebuch, Mängelanzeige oder Absage an einen Bewerber lohnt sich eine kurze Sammlung erprobter Formulierungen. Anregungen dazu bietet unsere Prompt-Sammlung für Handwerker.

Eine gute Anweisung ersetzt die inhaltliche Prüfung nicht. Sie erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass der Entwurf brauchbar ist. Wer eine Anweisung zweimal nachschärfen muss, sollte die verbesserte Fassung gleich speichern, statt beim nächsten Mal wieder von vorn anzufangen.

FAQ

Häufige Fragen zu Anweisung an ein Sprachmodell

Wie lang sollte eine Anweisung sein?
So lang, wie es braucht, um Aufgabe, Adressat, Umfang und Tonfall festzulegen. Für einen Angebotstext sind das meist wenige Sätze zuzüglich der Leistungsdaten. Sehr lange Anweisungen mit vielen Sonderfällen werden unzuverlässig, weil einzelne Vorgaben untergehen. Besser ist es, die Aufgabe zu teilen und in zwei Schritten arbeiten zu lassen.
Welche Angaben gehören nicht in eine Anweisung?
Personenbezogene Daten von Kunden und Mitarbeitenden, interne Preiskalkulationen, Zugangsdaten und Inhalte aus Verträgen mit Vertraulichkeitsklauseln gehören nicht ungefiltert in ein öffentlich zugängliches Werkzeug. Was zulässig ist, hängt vom eingesetzten Dienst und der vertraglichen Grundlage ab und sollte einmal verbindlich für den ganzen Betrieb festgelegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Anweisung und Systemvorgabe?
Die Anweisung gilt für eine einzelne Aufgabe. Eine Systemvorgabe ist dauerhaft im Werkzeug hinterlegt und wirkt auf alle Anfragen, etwa mit Regeln zu Sprache, Anrede und dem Verbot, fehlende Zahlen zu ergänzen. Im Betrieb spart sie Wiederholung, weil Grundregeln nicht in jeder einzelnen Eingabe erneut formuliert werden müssen.
Wie fange ich damit sinnvoll an?
Mit einer wiederkehrenden Textaufgabe, die heute Zeit kostet und deren Ergebnis sich leicht prüfen lässt, etwa Terminbestätigungen oder Baustellenprotokolle aus Stichpunkten. Eine gelungene Anweisung wird als Vorlage gespeichert und im Team weitergegeben. So entsteht nach und nach ein kleiner Bestand geprüfter Formulierungen statt vieler Einzelversuche.

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