Glossar

Bildgenerator

Ein Bildgenerator erzeugt aus einer Textbeschreibung ein Bild und wird für Illustrationen, Entwürfe und Gestaltungsideen eingesetzt.

Ein Bildgenerator ist eine Anwendung generativer KI, die aus einer Textbeschreibung ein Bild erzeugt. Die Beschreibung, der Prompt, legt Motiv, Stil, Perspektive und Bildaufbau fest. Manche Werkzeuge erlauben zusätzlich, ein vorhandenes Bild als Vorlage zu verwenden und Teile davon zu verändern.

Im Handwerksbetrieb gibt es sinnvolle und weniger sinnvolle Einsatzfelder. Brauchbar sind Illustrationen für die Website an Stellen, an denen kein eigenes Foto vorliegt, Grafiken für Anleitungen, Bildideen für Werbemittel und einfache Gestaltungsentwürfe zur Abstimmung mit dem Kunden, etwa zur Farb- und Materialwirkung eines Raums.

Nicht geeignet sind erzeugte Bilder als Ersatz für Referenzfotos. Ein Bild, das eine Arbeit zeigt, die der Betrieb so nicht ausgeführt hat, ist irreführend und kann wettbewerbsrechtlich angreifbar sein. Ebenso wenig taugen erzeugte Darstellungen als technische Planung: Sie sehen plausibel aus, bilden aber keine maßhaltigen oder normgerechten Konstruktionen ab. Für die Ausführungsplanung sind Fachprogramme erforderlich.

Zu unterscheiden ist die Bilderzeugung von der Bildbearbeitung. Ein Generator erzeugt ein neues Motiv, eine Bearbeitung verändert ein vorhandenes Foto. Für die Außendarstellung eines Betriebs ist diese Grenze wichtig: Ein erzeugtes Motiv zeigt keine reale Arbeit, während ein bearbeitetes Foto eine tatsächliche Ausführung wiedergibt, solange die Bearbeitung den Inhalt nicht verfälscht.

Praktisch relevant ist der Detailgrad bei Fachmotiven. Erzeugte Bilder von Installationen, Konstruktionen und Werkzeugen enthalten regelmäßig Fehler, die Laien nicht auffallen, Fachleuten dagegen sofort: falsch geführte Leitungen, unmögliche Verbindungen, nicht existierende Bauteile. Für ein Fachpublikum wirkt das gegen den beabsichtigten Zweck.

Bezug zur Digitalisierung

Rechtlich sind zwei Punkte zu beachten. Erstens die Nutzungsrechte: Die Bedingungen der Anbieter regeln unterschiedlich, ob und wie erzeugte Bilder kommerziell verwendet werden dürfen. Diese Bedingungen sollten vor der Nutzung geprüft werden. Zweitens die Kennzeichnung: Nach den Transparenzanforderungen der VO (EU) 2024/1689 sind KI-erzeugte oder wesentlich veränderte Bild- und Videoinhalte, die täuschend echt wirken, als solche kenntlich zu machen. Für Werbematerial eines Handwerksbetriebs bedeutet das im Zweifel einen erkennbaren Hinweis.

Zudem sollten keine Fotos von Kundenobjekten oder Mitarbeitenden ohne Zustimmung als Vorlage hochgeladen werden. Damit würden personenbezogene Daten und fremde Bildrechte an einen Anbieter übermittelt.

Für die Verwendung auf der Website folgt die Bildoptimierung mit passendem Format, Komprimierung und Alternativtext.

Ein Beispiel aus einem Malerbetrieb: Für eine Farbberatung lässt sich eine Raumwirkung visualisieren, um mit dem Kunden über Wirkung und Kontrast zu sprechen. Als Grundlage für die Bestellung taugt das Bild nicht, weil Farbton und Oberflächenwirkung nicht verbindlich abgebildet sind.

Praktisch gilt: Für einen Handwerksbetrieb sind eigene Fotos vom eigenen Werk fast immer wirksamer als erzeugte Bilder, weil sie belegen, was der Betrieb tatsächlich kann. Bildgeneratoren ergänzen dort, wo kein Motiv verfügbar ist.

FAQ

Häufige Fragen zu Bildgenerator

Darf ich erzeugte Bilder als Referenzen auf meiner Website zeigen?
Nicht als Abbildung eigener Arbeiten. Ein Bild, das eine Ausführung zeigt, die der Betrieb so nicht erbracht hat, ist irreführend und kann wettbewerbsrechtlich angegriffen werden. Als erkennbare Illustration neben echten Projektfotos ist der Einsatz dagegen unproblematisch, sofern der Charakter der Darstellung für Betrachter klar bleibt.
Muss ich erzeugte Bilder kennzeichnen?
Für bestimmte generierte Inhalte sieht die KI-Verordnung Transparenzanforderungen vor, deren Reichweite und Ausgestaltung sich aus der jeweils geltenden Fassung ergibt und im Einzelfall zu prüfen ist. Unabhängig davon ist eine Kennzeichnung praktisch sinnvoll, weil sie Diskussionen über Echtheit erspart und die Glaubwürdigkeit echter Projektfotos schützt.
Was ist der Unterschied zur Bildbearbeitung?
Ein Generator erzeugt ein neues Motiv, eine Bearbeitung verändert ein vorhandenes Foto, etwa durch Zuschnitt, Aufhellung oder Entfernen störender Objekte. Für die Außendarstellung ist die Bearbeitung eigener Aufnahmen fast immer die bessere Wahl, weil sie den tatsächlichen Zustand zeigt und keine Aussage über nicht erbrachte Leistungen trifft.
Taugen erzeugte Bilder für Kundenentwürfe?
Für die Abstimmung von Farb-, Material- und Raumwirkung sind sie brauchbar, solange beide Seiten wissen, dass es sich um eine Stimmungsdarstellung handelt. Als Grundlage für Ausführung, Mengen oder Konstruktionsdetails sind sie ungeeignet: Die Darstellungen wirken plausibel, sind aber weder maßhaltig noch technisch geprüft.

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