Glossar

DGUV-V3-Prüfung digital

Die digitale DGUV-V3-Prüfung erfasst die wiederkehrende Prüfung ortsveränderlicher und ortsfester elektrischer Betriebsmittel per App und erzeugt Protokolle automatisch.

Die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel nach der einschlägigen Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften wird im Sprachgebrauch meist als DGUV-V3-Prüfung bezeichnet. Geprüft werden ortsveränderliche Geräte wie Handmaschinen, Verlängerungsleitungen und Baustromverteiler ebenso wie ortsfeste Anlagen. Der Ablauf umfasst Sichtprüfung, Messungen und eine Funktionsprüfung, das Ergebnis wird protokolliert und das Betriebsmittel gekennzeichnet.

Welche Prüffristen gelten, welcher Prüfumfang erforderlich ist und wer als befähigte Person prüfen darf, ergibt sich aus den einschlägigen Vorschriften und der Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Betriebs und ist im Einzelfall zu prüfen. Die Fristen sind keine feste Größe, sondern hängen von Einsatzbedingungen und Fehlerquote ab.

Betroffen sind zwei Rollen. Jeder Handwerksbetrieb muss seine eigenen Geräte prüfen lassen – vom Bohrhammer über den Baustromverteiler bis zum Bürorechner. Elektrobetriebe erbringen die Prüfung zusätzlich als Dienstleistung für Kunden und haben damit ein wiederkehrendes Geschäftsfeld mit planbarem Umsatz.

Bezug zur Digitalisierung

Auf Papier ist die Prüfung vor allem ein Verwaltungsproblem. Ein Betrieb mit einigen hundert Geräten führt Listen in Tabellen, die selten aktuell sind. Geräte kommen hinzu, gehen kaputt, wandern zwischen Baustellen. Zum Prüftermin fehlt die Hälfte, weil niemand weiß, auf welchem Fahrzeug sie liegt. Die Protokolle entstehen anschließend im Büro aus abgetippten Messwerten.

Digital wird jedes Betriebsmittel mit einem Barcode oder RFID-Tag gekennzeichnet und in einem Bestand geführt. Beim Prüfen wird das Etikett gescannt, das Prüfgerät überträgt die Messwerte per Schnittstelle, und das Protokoll entsteht automatisch mit Prüfer, Datum, Gerätedaten und Ergebnis. Der Fälligkeitstermin wird fortgeschrieben und rechtzeitig gemeldet, statt in einer Tabelle zu warten.

Für den Prüfdienstleister ist das der Kern der Wirtschaftlichkeit: Der Zeitbedarf je Gerät sinkt deutlich, und die Nachbereitung im Büro entfällt weitgehend. Der Kunde erhält den Bericht am selben Tag statt nach Wochen.

KI ergänzt das durch Auswertung. Häufen sich Beanstandungen bei bestimmten Gerätetypen, Einsatzorten oder Baustellen, wird das über den Bestand hinweg sichtbar und kann in die Fristenfestlegung einfließen. Zudem lassen sich aus Gerätestammdaten Prüfumfänge vorbelegen, sodass der Prüfer nur noch bestätigt.

Der Aufwand beim Einstieg liegt in der einmaligen Erfassung des Bestands. Wer diesen Schritt auslässt und nur die Prüfung digitalisiert, behält das eigentliche Problem – nämlich zu wissen, welches Gerät überhaupt existiert und wo es sich befindet.

FAQ

Häufige Fragen zu DGUV-V3-Prüfung digital

Welche Fristen gelten für mein Gerät?
Die Fristen sind keine feste Größe, sondern hängen von Einsatzbedingungen und Fehlerquote ab und werden über die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs festgelegt. Ein Bohrhammer auf der Baustelle und ein Bürorechner werden deshalb unterschiedlich behandelt. Die maßgeblichen Vorgaben ergeben sich aus den einschlägigen Vorschriften und sind im Einzelfall zu prüfen.
Welche zwei Rollen betrifft das im Betrieb?
Jeder Handwerksbetrieb muss seine eigenen Geräte prüfen lassen, vom Bohrhammer über den Baustromverteiler bis zum Bürorechner. Elektrobetriebe erbringen die Prüfung zusätzlich als Dienstleistung für Kunden und haben damit ein wiederkehrendes Geschäftsfeld mit planbarem Umsatz und regelmäßigem Kundenkontakt, aus dem sich weitere Aufträge ergeben.
Was löst die digitale Erfassung konkret?
Vor allem das Verwaltungsproblem. Ein Betrieb mit mehreren hundert Geräten führt sonst Listen, in denen Standort, letzte Prüfung und nächste Fälligkeit auseinanderlaufen. Werden Gerät, Messwerte und Fälligkeit im System geführt und über eine Kennzeichnung am Gerät aufgerufen, entfällt das Suchen und das Nachtragen aus Papierprotokollen.
Was ist bei der Auswahl einer Lösung wichtig?
Die Übernahme der Messwerte direkt vom Prüfgerät, eine eindeutige Kennzeichnung der Geräte, die Fälligkeitsüberwachung mit ausreichendem Vorlauf und ein Protokollformat, das dem Kunden übergeben werden kann. Ebenso zählt der Export des gesamten Gerätebestands, damit der Nachweis bei einem Systemwechsel vollständig erhalten bleibt.

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