Glossar

Microsoft Copilot

Microsoft Copilot gehört zu den KI-Assistenten, die innerhalb einer Büroumgebung auf die dort gespeicherten Inhalte zugreifen. Funktionsumfang und Konditionen sind beim Anbieter zu prüfen.

Microsoft Copilot gehört zur Kategorie der KI-Assistenten, die innerhalb einer Büroumgebung auf die dort gespeicherten Inhalte zugreifen. Für Handwerks- und Bauunternehmen ist weniger der Anbietername entscheidend als die Frage, welche Aufgabe eine Lösung dieser Kategorie im Betrieb übernehmen soll und wie sie sich in vorhandene Abläufe einfügt.

Assistenten dieser Art können Mailverläufe zusammenfassen, Entwürfe aus vorhandenen Dokumenten erzeugen, Tabellen auswerten und Besprechungsinhalte verdichten. Der Unterschied zu einem separaten Sprachmodell liegt im Zugriff auf die eigenen Daten.

Der Nutzen hängt vollständig davon ab, wo das betriebliche Wissen liegt. Steckt es in Mails, Dokumenten und Tabellen, ist der Zugriff ein echter Vorteil. Liegen Aufträge und Kalkulation in einer Branchensoftware, findet der Assistent dort wenig. Vor der Einführung sollten außerdem die Zugriffsrechte auf gemeinsame Ablagen geprüft werden — großzügig gesetzte Berechtigungen machen über einen solchen Assistenten Inhalte sichtbar, die nicht für jeden gedacht waren.

Ein Beispiel aus einem Bauunternehmen mit eigener Bauleitung: Zu einem strittigen Bauvorhaben liegen über Monate verteilt Mailverläufe, Protokolle und Anlagen in einer gemeinsamen Ablage. Ein Assistent mit Zugriff darauf kann die Kette der Bedenkenanmeldungen und Antworten zusammenstellen, die für eine Nachtragsbegründung gebraucht wird. Die typische Fehlerquelle ist die Verwechslung von Zusammenfassung und Nachweis: Die Zusammenfassung ist ein Arbeitsmittel, um die relevanten Dokumente zu finden. In den Schriftsatz gehört das Originaldokument mit Datum und Absender, nicht die generierte Wiedergabe. Wer die Zusammenfassung ungeprüft weiterreicht, riskiert, dass eine Aussage im Dokument so nicht steht.

Auswahlkriterien für diese Kategorie

Schnittstellen. Lässt sich die Lösung mit der vorhandenen Branchensoftware und der Buchhaltung verbinden? Ohne Anbindung entsteht an genau dieser Stelle eine Doppelerfassung.

Datenhoheit. In welchem Format kommen Ihre Daten heraus, wenn Sie kündigen? Eine ausweichende Antwort auf diese Frage ist ein Warnsignal.

Datenschutz. Werden personenbezogene Daten verarbeitet — Kundendaten, Sprachaufnahmen, Baustellenfotos mit erkennbaren Adressen —, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Klarheit über den Serverstandort. Kostenlose Versionen sind für Betriebsdaten in der Regel nicht geeignet.

Aufwand für Einrichtung und Pflege. Der laufende Pflegeaufwand wird fast immer unterschätzt. Jede Lösung braucht eine benannte zuständige Person, sonst veraltet die Konfiguration unbemerkt.

Nachweispflichten. Sobald KI-Systeme im Betrieb genutzt werden, greift die Förderpflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 EU AI Act in der durch den Digital Omnibus abgeschwächten Fassung. Erforderlich sind angemessene Maßnahmen, kein garantiertes Kompetenzniveau je Person — praktisch eine Systemliste, eine Nutzungsrichtlinie und eine dokumentierte Unterweisung.

Abzugrenzen ist der eingebettete Assistent vom frei genutzten Sprachmodell: Beim frei genutzten Modell entscheidet die Person, welche Inhalte sie einfügt, und kann Betriebsdaten bewusst zurückhalten. Der eingebettete Assistent arbeitet auf dem, was in der Umgebung ohnehin liegt. Damit verlagert sich die Datenschutzfrage von der Eingabe zur Berechtigung: Nicht mehr die Eingabedisziplin schützt, sondern das Rollen- und Rechtekonzept der Ablage.

Testen Sie vor der Entscheidung mit einem echten Vorgang aus Ihrem Betrieb statt mit dem Demobeispiel des Anbieters.

FAQ

Häufige Fragen zu Microsoft Copilot

Bringt so ein Assistent meinem Betrieb etwas?
Das hängt davon ab, wo das betriebliche Wissen liegt. Steckt es in Mails, Dokumenten und Tabellen, ist der Zugriff ein echter Vorteil. Liegen Aufträge, Kalkulation und Stunden in einer Branchensoftware, findet der Assistent dort wenig, weil er auf diesen Datenbestand in der Regel nicht zugreift. Sinnvoll ist deshalb, vor der Entscheidung zu prüfen, wo die häufigsten Suchvorgänge im Betrieb tatsächlich stattfinden.
Welche Vorarbeit ist vor der Einführung nötig?
Die Prüfung der Zugriffsrechte auf gemeinsame Ablagen. Großzügig gesetzte Berechtigungen machen über einen solchen Assistenten Inhalte sichtbar, die nicht für jeden gedacht waren, etwa Personalunterlagen oder kaufmännische Auswertungen. Die Datenschutzfrage verlagert sich damit von der Eingabedisziplin zum Rollen- und Rechtekonzept der Ablage. Sinnvoll ist, die Berechtigungen vor der Freischaltung einmal vollständig durchzusehen und offensichtlich zu weite Freigaben einzuschränken.
Kann ich eine Zusammenfassung als Nachweis verwenden?
Nein. Die Zusammenfassung ist ein Arbeitsmittel, um die relevanten Dokumente zu finden. In einen Schriftsatz oder eine Nachtragsbegründung gehört das Originaldokument mit Datum und Absender, nicht die generierte Wiedergabe. Wer die Zusammenfassung ungeprüft weiterreicht, riskiert eine Aussage, die im Dokument so nicht steht. Sinnvoll ist, die genannten Fundstellen im Original zu öffnen und erst von dort aus zu zitieren.
Was ist der Unterschied zu einem frei genutzten Sprachmodell?
Beim frei genutzten Modell entscheidet die Person, welche Inhalte sie einfügt, und kann Betriebsdaten bewusst zurückhalten. Der eingebettete Assistent arbeitet auf dem, was in der Umgebung ohnehin liegt. Der Schutz entsteht dann nicht mehr durch Zurückhaltung bei der Eingabe, sondern durch saubere Berechtigungen. Sinnvoll ist deshalb, vor der Einführung festzulegen, welche Ablagen der Assistent überhaupt einsehen darf.

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