Glossar

MOSER

MOSER ist eine Handwerkersoftware für kaufmännische Abläufe und Baustellenorganisation. Funktionsumfang und Konditionen sind beim Anbieter zu prüfen.

MOSER gehört zur Kategorie der Handwerkersoftware für kaufmännische Abläufe und Baustellenorganisation. Für Handwerks- und Bauunternehmen ist weniger der einzelne Anbietername entscheidend als die Frage, welche Aufgaben eine Lösung dieser Kategorie im eigenen Betrieb übernehmen soll und wie sie sich in die vorhandene Systemlandschaft einfügt.

Typischer Funktionsumfang solcher Lösungen: Angebot, Auftrag, Kalkulation, Aufmaß, Zeiterfassung, Materialverwaltung, Rechnungsstellung und Auswertungen zur Nachkalkulation. Häufig ergänzt um mobile Anwendungen für die Erfassung vor Ort.

Für die Auswahl innerhalb dieser Kategorie ist entscheidend, wie gut die Abrechnungsregeln des eigenen Gewerks abgebildet sind. Ein System, das Öffnungen und Übermessungen nicht gewerkerichtig behandelt, liefert schneller falsche Mengen — der Zeitgewinn wird dann durch Korrekturen bei der Rechnungsprüfung aufgezehrt.

Auswahlkriterien für diese Kategorie

Fünf Punkte entscheiden bei Lösungen dieser Art über die Eignung, unabhängig vom Anbieter:

Schnittstellen. Lässt sich die Lösung mit der vorhandenen Branchensoftware, der Buchhaltung und dem Großhandel verbinden? Eine fehlende Anbindung erzeugt genau dort eine Doppelerfassung, die eigentlich beseitigt werden sollte.

Datenexport beim Anbieterwechsel. In welchem Format bekommen Sie Ihre Daten heraus, wenn Sie kündigen, und was kostet das? Wer darauf keine klare schriftliche Antwort gibt, verkauft eine Abhängigkeit.

Offline-Fähigkeit. Auf Baustellen in Rohbau, Keller oder ländlicher Umgebung besteht regelmäßig kein Empfang. Eine Lösung, die ohne Verbindung nicht speichert, fällt dort aus, wo sie gebraucht wird.

Gesamtkosten. Die Lizenz ist der kleinere Teil. Hinzu kommen Einrichtung, Datenübernahme, Schulung und die interne Zeit für Stammdatenpflege — im ersten Jahr häufig ein Mehrfaches der Lizenzkosten.

Datenschutz. Werden personenbezogene Daten verarbeitet, sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag und Klarheit über den Serverstandort erforderlich.

Prüfen Sie den tatsächlichen Funktionsumfang und die Konditionen beim Anbieter und testen Sie mit einem echten Vorgang aus Ihrem Betrieb, nicht mit dem Demobeispiel.

Wie stark die Gewerkelogik wirkt, zeigt ein Beispiel aus dem Fliesenlegerhandwerk. Ein Bad mit bodengleicher Dusche, Nischen und Vorwandinstallation besteht aus vielen kleinen Teilflächen mit unterschiedlichen Aufbauten. Ob das System Abzüge und Übermessungen nach den Regeln des Gewerks behandelt, entscheidet darüber, ob die ermittelte Menge zur Abrechnung passt oder in der Rechnungsprüfung gekürzt wird. Im Malerhandwerk stellt sich dieselbe Frage bei Fenster- und Türöffnungen, im Estrichbau bei Randstreifen und Dämmschichten. Die maßgeblichen Regeln stehen in der jeweils geltenden Fassung der VOB/C und sind gewerkeweise zu prüfen.

Abzugrenzen ist eine Komplettlösung dieser Kategorie von einer reinen Aufmaß-App. Die App erfasst Mengen vor Ort und liefert ein Protokoll, führt aber keinen Auftrag, keine Kalkulation und keine Rechnung. Erst die Übernahme der Mengen in Positionen eines Leistungsverzeichnisses macht den Durchlauf vollständig. Wo diese Übernahme fehlt, entstehen zwei getrennte Datenbestände mit unterschiedlichen Ständen.

Eine typische Fehlerquelle ist die Umstellung mitten im laufenden Projektgeschäft. Werden Aufträge im Altsystem begonnen und im neuen fortgeführt, stimmen weder Nachkalkulation noch Abschlagsrechnungen. Praktikabel ist ein Stichtag, ab dem ausschließlich neue Aufträge im neuen System angelegt werden, während laufende Projekte im Altsystem zu Ende geführt werden.

Als Umsetzungsschritte bewährt: einen typischen Auftrag des eigenen Hauptgewerks vollständig im Testsystem durchspielen, die Mengenermittlung mit einem von Hand gerechneten Aufmaß vergleichen, Abweichungen mit dem Anbieter klären und erst danach über Datenübernahme und Schulungstermine entscheiden.

FAQ

Häufige Fragen zu MOSER

Worauf kommt es bei der Auswahl in dieser Kategorie besonders an?
Darauf, wie gut die Abrechnungsregeln des eigenen Gewerks abgebildet sind. Ein System, das Öffnungen und Übermessungen nicht gewerkerichtig behandelt, liefert schneller falsche Mengen, und der Zeitgewinn wird durch Kürzungen in der Rechnungsprüfung aufgezehrt. Die maßgeblichen Regeln stehen in der jeweils geltenden Fassung der VOB/C und sind gewerkeweise zu prüfen.
Was unterscheidet eine Komplettlösung von einer Aufmaß-App?
Die App erfasst Mengen vor Ort und liefert ein Protokoll, führt aber keinen Auftrag, keine Kalkulation und keine Rechnung. Erst die Übernahme der Mengen in Positionen eines Leistungsverzeichnisses macht den Durchlauf vollständig. Fehlt diese Übernahme, entstehen zwei getrennte Datenbestände mit unterschiedlichen Ständen. Sinnvoll ist deshalb, vor der Auswahl festzulegen, welches System die Mengen führt und wohin sie anschließend übergeben werden.
Wann sollte ich die Umstellung durchführen?
Nicht mitten im laufenden Projektgeschäft. Werden Aufträge im Altsystem begonnen und im neuen fortgeführt, stimmen weder Nachkalkulation noch Abschlagsrechnungen. Praktikabel ist ein Stichtag, ab dem ausschließlich neue Aufträge im neuen System angelegt werden, während laufende Projekte im Altsystem zu Ende geführt werden. Sinnvoll ist außerdem, die Umstellung in eine auftragsschwächere Zeit zu legen und den Stichtag frühzeitig anzukündigen.
Wie sieht ein aussagekräftiger Test aus?
Einen typischen Auftrag des eigenen Hauptgewerks vollständig im Testsystem durchspielen, die Mengenermittlung mit einem von Hand gerechneten Aufmaß vergleichen und Abweichungen mit dem Anbieter klären. Erst danach über Datenübernahme und Schulungstermine entscheiden, nicht auf Grundlage einer Vorführung mit Demodaten. Sinnvoll ist außerdem, den Test von der Person durchführen zu lassen, die das System später täglich bedient.

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