Glossar

Papershift

Papershift gehört zu den Anwendungen für Dienstplanung und Zeiterfassung. Funktionsumfang und Konditionen sind beim Anbieter zu prüfen.

Papershift gehört zur Kategorie der Anwendungen für Dienstplanung und Zeiterfassung. Für Handwerks- und Bauunternehmen ist weniger der Anbietername entscheidend als die Frage, welche Aufgabe eine Lösung dieser Kategorie im Betrieb übernehmen soll und wie sie sich in vorhandene Abläufe einfügt.

Solche Lösungen decken Schicht- und Einsatzplanung, Zeiterfassung, Abwesenheitsverwaltung und die Übergabe von Stundendaten an die Lohnabrechnung ab.

Für Handwerksbetriebe sind drei Punkte entscheidend: Offline-Fähigkeit auf der Baustelle, ein Korrekturworkflow mit Protokoll für falsch erfasste Zeiten, und ein Exportformat, das die Lohnbuchhaltung einlesen kann. Wo ein Betriebsrat besteht, ist die Einführung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig.

Auswahlkriterien für diese Kategorie

Schnittstellen. Lässt sich die Lösung mit der vorhandenen Branchensoftware und der Buchhaltung verbinden? Ohne Anbindung entsteht an genau dieser Stelle eine Doppelerfassung.

Datenhoheit. In welchem Format kommen Ihre Daten heraus, wenn Sie kündigen? Eine ausweichende Antwort auf diese Frage ist ein Warnsignal.

Datenschutz. Werden personenbezogene Daten verarbeitet — Kundendaten, Sprachaufnahmen, Baustellenfotos mit erkennbaren Adressen —, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Klarheit über den Serverstandort. Kostenlose Versionen sind für Betriebsdaten in der Regel nicht geeignet.

Aufwand für Einrichtung und Pflege. Der laufende Pflegeaufwand wird fast immer unterschätzt. Jede Lösung braucht eine benannte zuständige Person, sonst veraltet die Konfiguration unbemerkt.

Nachweispflichten. Sobald KI-Systeme im Betrieb genutzt werden, greift die Förderpflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 EU AI Act in der durch den Digital Omnibus abgeschwächten Fassung. Erforderlich sind angemessene Maßnahmen, kein garantiertes Kompetenzniveau je Person — praktisch eine Systemliste, eine Nutzungsrichtlinie und eine dokumentierte Unterweisung.

Testen Sie vor der Entscheidung mit einem echten Vorgang aus Ihrem Betrieb statt mit dem Demobeispiel des Anbieters.

Ein Beispiel aus dem GaLaBau zeigt die Anforderungen der Baustellenpraxis. Kolonnen starten morgens vom Betriebshof, arbeiten an zwei bis drei Objekten am Tag und wechseln zwischendurch das Fahrzeug. Eine Lösung, die nur Kommen und Gehen erfasst, liefert die Lohndaten, aber keine Zuordnung der Stunden zum Auftrag. Für die Nachkalkulation fehlt damit die Grundlage.

Abzugrenzen ist die Dienstplanung von der Projektzeiterfassung: Die Dienstplanung legt vorab fest, wer wann arbeitet, und dient der Personaleinsatzsteuerung. Die Projektzeiterfassung hält nachträglich fest, auf welchen Auftrag die geleistete Zeit entfällt, und ist die Grundlage für Abrechnung und Nachkalkulation. Manche Lösungen decken beides ab, viele nur eine Seite. Wer das nicht vorab prüft, führt ein System ein und erfasst die Auftragsstunden weiterhin auf Papier.

Eine typische Fehlerquelle ist der Umgang mit Korrekturen. Stunden werden auf der Baustelle unter Zeitdruck erfasst, Fehleingaben sind normal. Wenn Korrekturen ohne Protokoll direkt im Datensatz möglich sind, ist die Aufzeichnung im Streitfall wenig wert, und Beschäftigte können nicht nachvollziehen, wer ihre Zeiten geändert hat. Erforderlich ist ein Ablauf, bei dem die ursprüngliche Erfassung erhalten bleibt, die Änderung mit Grund und Person dokumentiert wird und die betroffene Person davon Kenntnis erhält.

Vor der Einführung zu klären sind: die Beteiligung des Betriebsrats, soweit vorhanden, die Information der Beschäftigten nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung, das Exportformat für die Lohnbuchhaltung sowie das Verhalten der App ohne Netzabdeckung einschließlich der Frage, wann nacherfasste Zeiten übertragen werden.

FAQ

Häufige Fragen zu Papershift

Was ist der Unterschied zwischen Dienstplanung und Projektzeiterfassung?
Die Dienstplanung legt vorab fest, wer wann arbeitet, und dient der Personaleinsatzsteuerung. Die Projektzeiterfassung hält nachträglich fest, auf welchen Auftrag die geleistete Zeit entfällt, und ist die Grundlage für Abrechnung und Nachkalkulation. Manche Lösungen decken beides ab, viele nur eine Seite. Sinnvoll ist deshalb, vor der Auswahl festzulegen, welchen der beiden Zwecke das System vorrangig abdecken soll.
Warum ist ein Korrekturworkflow so wichtig?
Weil Stunden auf der Baustelle unter Zeitdruck erfasst werden und Fehleingaben normal sind. Sind Korrekturen ohne Protokoll direkt im Datensatz möglich, ist die Aufzeichnung im Streitfall wenig wert. Erforderlich ist ein Ablauf, bei dem die ursprüngliche Erfassung erhalten bleibt und die Änderung mit Grund, Person und Kenntnisgabe dokumentiert wird.
Was ist vor der Einführung zu klären?
Die Beteiligung des Betriebsrats, soweit vorhanden, die Information der Beschäftigten nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung, das Exportformat für die Lohnbuchhaltung sowie das Verhalten der Anwendung ohne Netzabdeckung einschließlich der Frage, wann nacherfasste Zeiten übertragen werden. Sinnvoll ist außerdem, die Beschäftigten frühzeitig über Zweck und Umfang der Erfassung zu informieren, weil das die Akzeptanz deutlich erhöht. Eine spätere Information wirkt dagegen wie eine nachgeschobene Rechtfertigung.
Reicht Kommen und Gehen für einen Baubetrieb?
Für die arbeitsrechtliche Aufzeichnung ja, für die Nachkalkulation nicht. Kolonnen arbeiten an mehreren Objekten am Tag und wechseln zwischendurch das Fahrzeug. Ohne Zuordnung der Stunden zum Auftrag stimmt die Summe, die Verteilung aber nicht, und die Auswertung je Projekt bleibt wertlos. Sinnvoll ist deshalb, den Bedarf an Projektbezug vorab zu klären und ihn nicht als späteres Zusatzmodul zu behandeln.

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