Glossar

On-Premise-Installation

Bei einer On-Premise-Installation läuft die Software auf betriebseigener Hardware; der Betrieb verantwortet Betrieb, Sicherung und Aktualisierung selbst.

Bei einer On-Premise-Installation wird die Software auf Servern im Betrieb betrieben. Der Betrieb erwirbt in der Regel eine Lizenz, stellt die Hardware, verantwortet Datensicherung, Aktualisierungen und Verfügbarkeit und zahlt für Wartung und Support des Herstellers. Der Gegenbegriff ist Cloud-Software, bei der der Anbieter den Betrieb übernimmt.

In Handwerksbetrieben findet sich dieses Modell vor allem dort, wo eine bestehende Serverinfrastruktur vorhanden ist oder wo Anwendungen laufen, die eine lokale Installation voraussetzen, etwa CAD- und Kalkulationsprogramme mit hohem Rechenbedarf. Auch der Wunsch, Daten physisch im Haus zu halten, wird häufig als Grund genannt.

Die tatsächlichen Anforderungen werden dabei oft unterschätzt. Zu einem sicheren Eigenbetrieb gehören eine geprüfte Datensicherung mit regelmäßigem Rücksicherungstest, aktuelle Betriebssystem- und Datenbankstände, ein Konzept für den sicheren Fernzugriff von der Baustelle, Schutz vor Verschlüsselungsangriffen sowie eine Regelung, wer sich im Urlaubs- oder Krankheitsfall kümmert. Ohne externen Dienstleister ist das für kleinere Betriebe kaum leistbar.

Ein Beispiel für den unterschätzten Aufwand ist der Fernzugriff. Sobald Monteure von der Baustelle auf das System zugreifen sollen, muss ein gesicherter Weg von außen eingerichtet und gepflegt werden. Ein unzureichend abgesicherter Zugang ist eine der häufigsten Eintrittspunkte für Verschlüsselungsangriffe, und die Wiederherstellung nach einem solchen Vorfall bindet den Betrieb über Tage.

Ebenso zu bedenken ist die Hardwareerneuerung. Server haben eine begrenzte Nutzungsdauer, und der Ersatz fällt als Investition an, häufig verbunden mit einem Betriebssystemwechsel und einer Migration der Anwendung. Diese wiederkehrenden Kosten gehören in den Vergleich mit einem Mietmodell, werden aber selten mitgerechnet.

Bezug zur Digitalisierung

Der oft vermutete Vorteil bei der Datenhoheit besteht nur eingeschränkt. Die Daten liegen zwar im Haus, sind aber ohne Kenntnis des Datenbankschemas oder ohne funktionierenden Export ebenso schwer auswertbar wie in der Cloud. Entscheidend ist auch hier ein dokumentierter Datenexport.

Beim Release-Wechsel trägt der Betrieb den Aufwand selbst. Neue Versionen müssen eingeplant, getestet und eingespielt werden, was bei Cloud-Lösungen entfällt, dort aber auch nicht steuerbar ist. Wer Anpassungen oder Schnittstellen im Einsatz hat, gewinnt durch die eigene Kontrolle über den Zeitpunkt.

Für KI-Funktionen ist die lokale Installation meist ein Nachteil, weil die verbreiteten Verfahren auf externer Infrastruktur laufen. Lokal betreibbare Modelle existieren, stellen aber erhebliche Anforderungen an Hardware und Betreuung, die in Handwerksbetrieben selten erfüllbar sind.

Praktisch sinnvoll ist häufig eine gemischte Aufstellung: rechenintensive Fachanwendungen lokal, kaufmännische Anwendungen und mobile Erfassung als Mietmodell. Entscheidend ist dann, dass die Verbindungen zwischen beiden Welten geklärt sind und die Datensicherung beide Bereiche umfasst, nicht nur den lokalen Teil.

Praktisch sollte die Entscheidung anhand des tatsächlich vorhandenen IT-Betriebs fallen. Wo niemand die Sicherung prüft, ist der Eigenbetrieb das größere Risiko.

FAQ

Häufige Fragen zu On-Premise-Installation

Was wird beim Eigenbetrieb regelmäßig unterschätzt?
Der laufende Aufwand: eine geprüfte Datensicherung mit regelmäßigem Rücksicherungstest, aktuelle Betriebssystem- und Datenbankstände, ein Konzept für den sicheren Fernzugriff von der Baustelle, Schutz vor Verschlüsselungsangriffen und eine Vertretungsregelung. Ohne externen Dienstleister ist das für kleinere Betriebe kaum leistbar. Sinnvoll ist deshalb, diesen Aufwand vor der Entscheidung zu beziffern und mit den Kosten eines Mietmodells zu vergleichen.
Habe ich damit wirklich mehr Datenhoheit?
Nur eingeschränkt. Die Daten liegen im Haus, sind aber ohne Kenntnis des Datenbankschemas oder ohne funktionierenden Export ebenso schwer auswertbar wie in der Cloud. Entscheidend ist auch hier ein dokumentierter Datenexport, nicht der physische Standort des Servers. Sinnvoll ist deshalb, den Export unabhängig vom Betriebsmodell vertraglich zusichern zu lassen und einmal zu erproben.
Welche Kosten fallen wiederkehrend an?
Vor allem die Hardwareerneuerung. Server haben eine begrenzte Nutzungsdauer, und der Ersatz fällt als Investition an, häufig verbunden mit einem Betriebssystemwechsel und einer Migration der Anwendung. Diese Kosten gehören in den Vergleich mit einem Mietmodell, werden aber selten mitgerechnet. Sinnvoll ist deshalb, die Hardwareerneuerung als wiederkehrenden Posten in die mehrjährige Planung aufzunehmen.
Wie sieht eine praktikable Aufstellung aus?
Häufig gemischt: rechenintensive Fachanwendungen lokal, kaufmännische Anwendungen und mobile Erfassung als Mietmodell. Entscheidend ist dann, dass die Verbindungen zwischen beiden Welten geklärt sind und die Datensicherung beide Bereiche umfasst. Wo niemand die Sicherung prüft, ist der Eigenbetrieb das größere Risiko. Sinnvoll ist deshalb, vor der Entscheidung ehrlich zu prüfen, wer im Betrieb die Sicherung tatsächlich betreut und kontrolliert.

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