Glossar

Cloud-Lösung

Eine Cloud-Lösung ist Software, die auf Servern eines Anbieters läuft und über das Internet genutzt wird, ohne dass der Betrieb eigene Server betreiben muss.

Eine Cloud-Lösung ist Software, die nicht auf Rechnern im Betrieb installiert ist, sondern in Rechenzentren eines Anbieters läuft und über Browser oder App genutzt wird. Abgerechnet wird meist je Nutzer und Monat. Der Anbieter übernimmt Betrieb, Updates und Sicherung der Infrastruktur; der Betrieb bringt Zugangsdaten, Internetverbindung und Endgeräte mit. Die verarbeiteten Daten liegen dabei auf der Infrastruktur des Anbieters.

Im Handwerk ist diese Betriebsform inzwischen Standard, weil sie zum Arbeitsalltag passt. Mobile Zeiterfassung, Auftragsverwaltung, Baustellendokumentation und Angebotsprogramme müssen von der Baustelle, aus dem Fahrzeug und aus dem Büro gleichermaßen erreichbar sein. Ein eigener Server im Betriebsgebäude, der von außen zugänglich gemacht wird, verursacht dagegen Wartungs- und Sicherheitsaufwand, den kleinere Betriebe selten dauerhaft leisten können.

Abzugrenzen ist die Cloud-Lösung von der bloßen Online-Erreichbarkeit eines eigenen Servers. Wird eine im Betrieb installierte Software über eine Fernverbindung genutzt, bleiben Wartung, Sicherung und Aktualisierung Sache des Betriebs, während sie bei einer Cloud-Lösung beim Anbieter liegen. Für die Frage, wer im Störungsfall handelt und wer für eine funktionierende Datensicherung einsteht, ist dieser Unterschied entscheidend, und er wird bei der Auswahl regelmäßig übersehen.

Zu prüfen ist außerdem die Verfügbarkeit im Alltag. Fällt der Dienst aus, steht nicht nur ein Programm still, sondern unter Umständen die Auftragsannahme oder die Zeiterfassung der gesamten Kolonne. Sinnvoll ist deshalb, für kritische Abläufe einen einfachen Ersatzweg vorzuhalten, etwa ein Papierformular für Stundenzettel, und regelmäßig einen Export der eigenen Daten zu ziehen. Der Anbieter sichert seine Infrastruktur, doch die Verantwortung dafür, dass der Betrieb weiterarbeiten kann, bleibt beim Betrieb.

Bezug zur Digitalisierung

Nahezu alle verbreiteten KI-Werkzeuge werden als Cloud-Dienst angeboten, weil die Rechenleistung für große Modelle im Betrieb nicht wirtschaftlich vorzuhalten ist. Damit verlassen Eingaben das Haus: Angebotstexte, Baubeschreibungen, Kundenanfragen, mitunter Fotos. Vor der Nutzung ist deshalb zu klären, wo verarbeitet wird, ob eine Drittlandübertragung stattfindet und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO vorliegt. Ebenso wichtig ist, ob Eingaben zum Training verwendet werden und ob sich das abschalten lässt.

Technisch bringt die Cloud Vorteile bei Verfügbarkeit und Aktualität, schafft aber auch Abhängigkeiten. Ohne Internetverbindung steht das Werkzeug nicht zur Verfügung, was bei Baustellen in Randlagen relevant ist; hier kann Edge-Verarbeitung auf dem Gerät eine Ergänzung sein. Preis- und Funktionsänderungen liegen beim Anbieter, weshalb Exportwege und Anbieterabhängigkeit vorab geprüft gehören.

Für die Praxis empfiehlt sich eine kurze Übersicht aller genutzten Cloud-Dienste mit Zweck, Anbieter, Speicherort und Ansprechpartner im Betrieb. Diese Liste dient zugleich als Grundlage für das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO und für die Systemliste KI. Sie zeigt außerdem schnell, wo mehrere Werkzeuge dasselbe leisten und ein Vertrag entfallen kann.

FAQ

Häufige Fragen zu Cloud-Lösung

Ist das teurer als ein eigener Server?
Die Kostenstruktur ist eine andere, nicht zwangsläufig eine höhere. Der Cloud-Dienst verursacht laufende Gebühren ohne größere Anfangsinvestition, der eigene Server dagegen Anschaffung, Ersatz nach einigen Jahren, Sicherung und Betreuung durch einen Dienstleister. Ein Vergleich trägt nur, wenn er alle diese Posten enthält. Die konkreten Beträge sind im Einzelfall zu ermitteln und lassen sich nicht pauschal ansetzen.
Komme ich später wieder aus dem Dienst heraus?
Nur wenn der Export vorher geprüft wurde. Eine Exportfunktion in der Funktionsliste sagt wenig darüber aus, was tatsächlich mitkommt. Zu testen ist, ob Kunden, Artikel, Vorgänge, angehängte Fotos und Dokumente in einem weiterverarbeitbaren Format herauskommen. Wer das erst bei der Kündigung feststellt, hat keinen Verhandlungsspielraum mehr und zahlt die Abhängigkeit mit Zeit.
Was ist mit Baustellen ohne Mobilfunkempfang?
Das gehört zu den Punkten, die im Test auf einer echten Baustelle geprüft werden müssen. Entscheidend ist, ob die App ohne Verbindung weiterarbeitet und Buchungen sowie Fotos später nachträgt oder ob sie schlicht stehen bleibt. Für kritische Abläufe wie Stundenerfassung oder Auftragsannahme sollte ohnehin ein einfacher Ersatzweg auf Papier bereitliegen.
Ist die Cloud unsicherer als ein Server im eigenen Haus?
Nicht grundsätzlich. Rechenzentren betreiben in der Regel einen Aufwand für Zutrittsschutz, Sicherung und Aktualisierung, den ein Serverschrank im Betriebsgebäude selten erreicht. Das Risiko verschiebt sich allerdings: Es liegt dann bei Zugangsdaten, Berechtigungen und der Frage, wer im Betrieb was sehen darf. Mehrstufige Anmeldung und ein gepflegtes Rollenkonzept sind entsprechend wichtiger als der Standort des Blechs.

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