D81 Leistungsverzeichnis
Die GAEB-Datenaustauschphase D81 überträgt ein Leistungsverzeichnis ohne Preise und bildet den Ausgangspunkt für die Ausschreibung eines Bauvorhabens.
D81 bezeichnet im GAEB-Datenaustausch die Phase, in der ein Leistungsverzeichnis übertragen wird. Die Datei enthält die Struktur des Verzeichnisses mit Losen, Titeln und Positionen, die Ordnungszahlen, Leistungstexte, Mengen und Einheiten. Preise sind nicht enthalten; sie kommen in späteren Phasen hinzu.
Für ausführende Betriebe ist D81 der erste Berührungspunkt mit einer Ausschreibung. Planer und Ausschreibende erzeugen die Datei aus ihrem Programm, häufig auf Grundlage des Standardleistungsbuchs oder eigener Kataloge. Der Betrieb liest sie in seine Kalkulationssoftware ein und kalkuliert die Positionen, statt sie abzutippen. Das ist der eigentliche Nutzen des Formats: Bei einem Verzeichnis mit mehreren hundert Positionen entscheidet der Import darüber, ob eine Angebotsbearbeitung wirtschaftlich möglich ist.
Zu unterscheiden sind die weiteren Phasen: D83 für die Aufforderung zur Angebotsabgabe, D84 für das Angebot selbst und D86 für Nachtragsvorgänge. Neben den klassischen Formaten existiert die XML-basierte Fassung, siehe GAEB DA XML.
Praktisch bedeutsam ist die Trennung von Kurz- und Langtext. Der Kurztext dient der Übersicht, verbindlich ist der Langtext mit allen Anforderungen an Ausführung, Material und Nebenleistungen. Programme zeigen in Listenansichten oft nur den Kurztext, sodass beim schnellen Durchsehen Anforderungen übersehen werden, die den Aufwand einer Position vervielfachen können.
Zu prüfen ist außerdem, ob die Mengen aus einer Massenermittlung stammen oder geschätzt sind. Bei Positionen im Bestand weichen ausgeschriebene und tatsächliche Mengen regelmäßig ab. Wer den Einheitspreis knapp kalkuliert, weil er auf die ausgeschriebene Menge vertraut, trägt das Risiko, wenn die Menge deutlich geringer ausfällt und Rüst- und Anfahrtsanteile sich auf weniger Einheiten verteilen.
Bezug zur Digitalisierung
Der Import ist heute Standardfunktion jeder Handwerkersoftware. Entscheidend ist, dass die Struktur vollständig übernommen wird, weil das kalkulierte Angebot in derselben Struktur zurückgegeben werden muss; Abweichungen führen zum Ausschluss.
KI-gestützte Verfahren setzen nach dem Import an. Sprachmodelle analysieren die Leistungstexte, ordnen Positionen dem eigenen Artikelstamm zu und schlagen Kalkulationsansätze aus vergleichbaren früheren Vorhaben vor. Ebenso lassen sich Verzeichnisse auf ungewöhnliche Formulierungen, unklare Mengenangaben oder Positionen mit besonderem Risiko durchsuchen, was bei umfangreichen Ausschreibungen erhebliche Zeit spart.
Ein Beispiel aus dem GaLaBau: Ein Verzeichnis führt Pflasterarbeiten nach Quadratmetern, ohne dass aus dem Kurztext die geforderte Bettung und der Unterbau hervorgehen. Beides steht im Langtext und bestimmt den Aufwand je Quadratmeter stärker als die Pflasterart selbst.
Praktischer Hinweis: Prüfen Sie nach dem Import die Mengeneinheiten und die Vorbemerkungen. Der häufigste Kalkulationsfehler bei importierten Verzeichnissen entsteht nicht in den Positionen, sondern in übersehenen Vorbemerkungen, die Nebenleistungen dem Auftragnehmer zuweisen.
Weitere Begriffe
D83 Angebotsaufforderung
Die GAEB-Phase D83 überträgt die Aufforderung zur Angebotsabgabe mit dem zu bepreisenden Leistungsve…
D84 Angebotsabgabe
Die GAEB-Phase D84 überträgt das bepreiste Angebot des Bieters zurück an den Ausschreibenden und erm…
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Die GAEB-Phase D86 überträgt Nachtragsangebote strukturiert und ermöglicht deren Prüfung und Einordn…
Datanorm
Datanorm ist ein etabliertes Austauschformat für Artikel- und Preisdaten zwischen Großhandel und Han…
Alle Begriffe A–Z
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Häufige Fragen zu D81 Leistungsverzeichnis
Warum reicht der Kurztext für die Kalkulation nicht aus?
Was ist der Unterschied zwischen D81, D83 und D84?
Was mache ich, wenn der Import Positionen verliert?
Worauf achte ich bei den ausgeschriebenen Mengen?
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