Glossar

Social Media im Handwerk

Social Media im Handwerk bezeichnet die Nutzung von Plattformen wie Instagram oder TikTok durch Handwerksbetriebe zur Kunden- und Mitarbeitergewinnung.

Social Media im Handwerk bezeichnet die Nutzung von Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok durch Handwerksbetriebe, um Kunden anzusprechen, die eigene Arbeit sichtbar zu machen oder neue Mitarbeiter zu gewinnen. Anders als die eigene Website erreichen solche Beiträge auch Menschen, die nicht aktiv nach einem Betrieb suchen, sondern zufällig damit in Berührung kommen.

In der Praxis posten etwa Dachdecker Baustellenfotos, Tischlereien zeigen den Werkstattalltag, und Elektrobetriebe nutzen kurze Erklärvideos zu einzelnen Arbeitsschritten. Auch Einblicke in den Betriebsalltag, etwa das Team bei der Arbeit, kommen bei einer regionalen Zielgruppe häufig gut an und wirken persönlicher als klassische Werbeanzeigen.

Neben der Kundengewinnung spielt Social Media im Handwerk zunehmend auch bei der Mitarbeitergewinnung eine Rolle: Einblicke in den Arbeitsalltag und das Team können für potenzielle Auszubildende oder Fachkräfte attraktiver wirken als eine klassische Stellenanzeige allein.

Bezug zur Digitalisierung

KI-Tools unterstützen bei der Bildbearbeitung, bei Textvorschlägen für Beiträge oder beim Erstellen eines Kurzvideos von der Baustelle aus vorhandenem Rohmaterial. Entscheidend bleibt dabei, dass gezeigte Inhalte tatsächlich eigene Arbeiten abbilden: Vollständig KI-generierte Bilder, die eigene Projekte vortäuschen, sind irreführend und müssen nach Artikel 50 der KI-Verordnung entsprechend gekennzeichnet werden, siehe Kennzeichnung generierter Inhalte.

Werden auf Fotos oder Videos Personen oder erkennbare Merkmale von Kundenobjekten gezeigt, etwa Hausnummern oder Kennzeichen, sollte vorab eine Referenzfreigabe eingeholt werden, bevor die Aufnahmen veröffentlicht werden.

Social Media ergänzt in der Regel die eigene Website für Handwerksbetriebe, ersetzt sie aber nicht: Während soziale Netzwerke gut geeignet sind, um regelmäßig kleine Einblicke zu geben und Reichweite aufzubauen, bleibt die Website die zentrale Anlaufstelle für ausführliche Informationen und die Kontaktaufnahme. Regelmäßige, authentische Beiträge wirken dabei meist glaubwürdiger als seltene, stark bearbeitete Inhalte.

Welche Plattform sich am besten eignet, hängt stark von der angesprochenen Zielgruppe und dem verfügbaren Zeitaufwand ab. Es ist meist sinnvoller, eine Plattform konsequent zu bespielen, als auf mehreren Kanälen gleichzeitig nur unregelmäßig präsent zu sein.

Für den Einstieg genügt oft ein einfaches Grundgerüst: ein aktuelles Profilbild, eine kurze, sachliche Beschreibung des Betriebs und regelmäßige, auch einfache Beiträge aus dem Arbeitsalltag, statt von Anfang an eine aufwendige Content-Strategie zu planen. Wichtiger als die Häufigkeit der Beiträge ist meist, dass die Inhalte glaubwürdig zum tatsächlichen Auftreten des Betriebs passen.

FAQ

Häufige Fragen zu Social Media im Handwerk

Was funktioniert im Handwerk inhaltlich?
Sichtbare Ergebnisse und Einblicke in den Alltag: Baustellenfotos von Dachdeckern, Werkstattaufnahmen von Tischlereien, kurze Erklärvideos zu einzelnen Arbeitsschritten. Das Team bei der Arbeit kommt bei einer regionalen Zielgruppe häufig gut an und wirkt persönlicher als klassische Werbeanzeigen, die dieselbe Zielgruppe kaum erreichen.
Lohnt sich das für die Mitarbeitergewinnung?
Zunehmend ja. Einblicke in Arbeitsalltag und Team wirken für potenzielle Auszubildende und Fachkräfte oft attraktiver als eine klassische Stellenanzeige allein. Wichtig ist, dass die Darstellung dem tatsächlichen Betrieb entspricht, weil eine geschönte Außendarstellung spätestens in den ersten Arbeitswochen auffällt und den Effekt umkehrt.
Was ist beim Veröffentlichen von Baustellenfotos zu beachten?
Die Zustimmung des Auftraggebers, weil Objekt und Adresse erkennbar werden können, und die Einwilligung erkennbarer Personen, auch der eigenen Beschäftigten. Sinnvoll ist, das einmal schriftlich zu regeln, statt bei jedem Beitrag neu zu fragen. Ohne Freigabe sollten Objekte nur unkenntlich oder ausschnittweise gezeigt werden.
Wobei helfen KI-Werkzeuge?
Bei der Bildbearbeitung, bei Textvorschlägen für Beiträge und beim Zusammenschneiden eines Kurzvideos aus vorhandenem Rohmaterial. Entscheidend bleibt, dass die gezeigten Inhalte tatsächlich vom Betrieb ausgeführte Arbeiten zeigen. Erzeugte Bilder als Referenz auszugeben, ist irreführend und kann wettbewerbsrechtlich angegriffen werden. Eine Kennzeichnung erzeugter Bilder ist zusätzlich zu prüfen.

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