Glossar

IDS-Schnittstelle

Die IDS-Schnittstelle verbindet Handwerkersoftware und Großhandelsshop, sodass Warenkörbe, Preise und Verfügbarkeiten ohne Medienbruch ausgetauscht werden.

IDS steht für Integrierte Dienstleistungsschnittstelle und verbindet die Software eines Handwerksbetriebs mit dem Onlineshop eines Großhändlers. Aus der eigenen Anwendung heraus wird der Shop des Händlers aufgerufen, der Betrieb stellt dort einen Warenkorb zusammen, und dieser wird mit Artikeldaten, tagesaktuellen Preisen und Verfügbarkeiten in die eigene Software zurückübergeben. Von dort läuft er weiter in Kalkulation oder Bestellung.

Der Unterschied zu Datanorm liegt in der Aktualität und in der Richtung. Datanorm liefert periodisch einen Datenbestand, IDS fragt im Moment der Bearbeitung ab. Für Betriebe mit häufig wechselnden Materialpreisen ist das entscheidend, weil kalkuliert wird, was tatsächlich gilt, und nicht der Stand der letzten Katalogeinspielung.

Praktisch nützlich ist zudem die Verfügbarkeitsabfrage. Ob ein Artikel lieferbar ist, beeinflusst die Terminzusage gegenüber dem Kunden unmittelbar. Wer das erst bei der Bestellung erfährt, hat den Termin bereits zugesagt.

Zu beachten ist, dass die Verbindung an ein Kundenkonto beim Händler gebunden ist. Preise und Verfügbarkeiten werden für die hinterlegten Konditionen abgerufen; ohne gepflegte Zugangsdaten liefert die Abfrage entweder Listenpreise oder gar kein Ergebnis. Bei mehreren Lieferanten ist zudem festzulegen, welcher Warenkorb in welchen Vorgang übernommen wird, sonst mischen sich Artikel unterschiedlicher Bezugsquellen in einer Bestellung.

Eine typische Fehlerquelle ist die unkritische Übernahme des Warenkorbs in das Angebot. Der Shop kennt nur das Material, nicht die Montagezeit, den Verschnitt und die Nebenleistungen. Wer den zurückgegebenen Warenkorb mit einem pauschalen Aufschlag versieht, kalkuliert Aufträge mit hohem Lohnanteil regelmäßig zu niedrig, während materialintensive Aufträge zu teuer werden.

Bezug zur Digitalisierung

IDS ist Teil eines Bündels von Schnittstellen im Handwerk. Neben OpenMasterdata für Artikel- und Preisdaten steht die UGL-Schnittstelle für Bestell- und Auftragsdaten. Sinnvoll ist die Kombination: Stammdaten aus dem Katalog, aktuelle Preise und Verfügbarkeiten online, Bestellung und Auftragsbestätigung strukturiert zurück.

KI-gestützte Verfahren ergänzen das um Auswertung. Preisverläufe einzelner Artikel lassen sich über die Zeit beobachten, Alternativartikel bei Lieferengpässen vorschlagen und Warenkörbe mit dem geplanten Materialbedarf des Auftrags abgleichen. Weicht die bestellte Menge deutlich von der Materialbedarfsermittlung ab, ist das ein früher Hinweis auf Kalkulationsfehler oder Materialschwund.

Ein Beispiel aus dem SHK-Bereich: Für eine Heizungsmodernisierung wird der Warenkorb mit Wärmeerzeuger, Speicher, Armaturen und Zubehör im Shop zusammengestellt und in die Kalkulation zurückgegeben. Fällt ein Bauteil kurzfristig in eine längere Lieferzeit, ist das bereits bei der Terminabsprache mit dem Kunden bekannt und nicht erst nach der Auftragsbestätigung.

Praktischer Hinweis: Klären Sie mit Ihrem Händler, welche Schnittstellen er unterstützt, bevor Sie Software auswählen. Die beste Kalkulationslösung nützt wenig, wenn Ihr Hauptlieferant die benötigte Verbindung nicht anbietet.

FAQ

Häufige Fragen zu IDS-Schnittstelle

Was ist der Unterschied zu Datanorm?
Der Zeitpunkt der Wahrheit. Datanorm bringt in Abständen einen Datenbestand ins Haus, die IDS-Verbindung fragt beim Kalkulieren nach. Wo Materialpreise häufig wechseln, entscheidet das darüber, ob Sie mit gültigen Zahlen arbeiten oder mit dem Stand der letzten Einspielung. Zusätzlich lässt sich die Verfügbarkeit abfragen, was Datanorm nicht leistet.
Was muss eingerichtet sein, damit die Preise stimmen?
Ein sauber hinterlegtes Kundenkonto beim Händler. Abgerufen werden Ihre Konditionen; stimmen die Zugangsdaten nicht, kommen Listenpreise oder gar nichts zurück, und beides fällt im Angebot spät auf. Arbeiten Sie mit mehreren Lieferanten, legen Sie zusätzlich fest, welcher Warenkorb in welchen Vorgang übernommen wird, sonst mischen sich die Bezugsquellen.
Was ist der häufigste Kalkulationsfehler dabei?
Den Warenkorb ungeprüft ins Angebot zu übernehmen. Der Shop kennt das Material, nicht die Montagezeit, den Verschnitt und die Nebenleistungen. Wer einen einheitlichen Aufschlag darüberlegt, unterschreitet bei lohnintensiven Arbeiten regelmäßig die eigenen Kosten und liegt bei materialintensiven Aufträgen über dem Markt. Beides fällt erst in der Nachkalkulation auf.
Worauf achte ich bei der Softwareauswahl?
Klären Sie mit Ihrem Hauptlieferanten, welche Schnittstellen er unterstützt, bevor Sie sich entscheiden. Die beste Kalkulationslösung nützt wenig, wenn der Händler die benötigte Verbindung nicht anbietet. Sinnvoll ist die Kombination mehrerer Wege: Stammdaten aus dem Katalog, aktuelle Preise online, Bestellung und Auftragsbestätigung strukturiert zurück.

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