Glossar

INQA-Coaching

INQA-Coaching ist ein gefördertes Programm, das kleine und mittlere Betriebe bei der Gestaltung von Arbeits- und Veränderungsprozessen begleitet.

INQA-Coaching ist ein Förderprogramm im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert wird. Es richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen und begleitet sie bei der Gestaltung von Arbeit und Veränderungsprozessen, insbesondere im Zusammenhang mit Digitalisierung.

Der inhaltliche Zuschnitt unterscheidet das Programm von reinen Investitions- oder Technikförderungen. Gefördert wird nicht die Anschaffung eines Systems, sondern die Begleitung des Betriebs bei der Frage, wie Arbeit organisiert wird, wenn sich Abläufe ändern. Charakteristisch ist der beteiligungsorientierte Ansatz: Mitarbeitende werden in die Entwicklung von Lösungen einbezogen, statt dass Ergebnisse von außen vorgegeben werden.

Der Ablauf folgt einem festen Muster. Der Betrieb wendet sich an eine INQA-Beratungsstelle, die die Voraussetzungen prüft und bei positiver Entscheidung einen Coaching-Schein ausstellt. Damit wählt der Betrieb einen autorisierten Coach aus und ruft die bewilligten Coachingtage ab. Am Ende steht eine Auswertung und der formale Abschluss.

Zu beachten ist der Aufwand auf Seiten des Betriebs. Beteiligungsorientierte Verfahren verlangen, dass Mitarbeitende an Terminen teilnehmen und zwischen den Terminen an vereinbarten Punkten arbeiten. Wird dieser Anteil nicht eingeplant, bleibt der Prozess an der Geschäftsführung hängen, und das Ergebnis unterscheidet sich nicht von einer gewöhnlichen Beratung.

Bezug zur Digitalisierung

Für Handwerksbetriebe ist das Programm dort passend, wo eine technische Umstellung ansteht, deren eigentliche Schwierigkeit in der Einführung liegt. Typische Fälle sind die Umstellung auf mobile Zeiterfassung, die Einführung digitaler Baustellendokumentation oder der Umgang mit KI-gestützten Werkzeugen im Büro. In all diesen Fällen entscheidet nicht die Softwareauswahl über den Erfolg, sondern ob Monteure, Vorarbeiter und Bürokräfte die neuen Abläufe tatsächlich nutzen.

Sinnvoll ist, vor dem Erstgespräch ein konkretes Ergebnis zu formulieren, das am Ende stehen soll. Ein Coaching, das mit einer eingeführten und akzeptierten Regelung endet, wirkt anders als eines, das mit einer Ideensammlung schließt.

Zu beachten ist, dass der Betrieb einen Eigenanteil trägt und dass Zahl der Tage, Zeitraum und Nachweispflichten festgelegt sind. Die aktuell geltenden Konditionen stehen in der jeweiligen Richtlinie und sollten vor Antragstellung bei der Beratungsstelle geprüft werden, da das Programm in Förderphasen fortgeschrieben wird.

Ein Beispiel aus einem Trockenbaubetrieb: Die Einführung mobiler Zeiterfassung scheitert zunächst am Misstrauen der Kolonnen. Werden Zweck, Umfang und Grenzen der Auswertung gemeinsam festgelegt und schriftlich fixiert, ändert sich die Akzeptanz spürbar, ohne dass die Software gewechselt wird.

Den Ablauf aus Sicht eines Handwerksbetriebs beschreibt der Ratgeber INQA-Coaching.

FAQ

Häufige Fragen zu INQA-Coaching

Was unterscheidet es von einer Investitionsförderung?
Es fördert die Begleitung, nicht die Anschaffung. Bezahlt wird jemand, der den Betrieb durch die Veränderung führt, und zwar in einem Verfahren, das die Beschäftigten einbezieht statt ihnen ein fertiges Ergebnis vorzusetzen. Für Technik brauchen Sie ein anderes Programm; nacheinander lassen sich beide nutzen, solange die Kosten getrennt bleiben.
Für welche Vorhaben passt das Programm?
Für Umstellungen, an denen weniger die Technik als die Gewöhnung schwierig ist: mobile Zeiterfassung, digitale Baustellendokumentation, der Einsatz KI-gestützter Werkzeuge im Büro. In diesen Fällen steht und fällt das Ergebnis damit, ob Monteure, Vorarbeiter und Bürokräfte mitmachen, und genau daran arbeitet ein solches Coaching.
Welcher Aufwand entsteht im Betrieb?
Zeit der Belegschaft. Beteiligung bedeutet Termine und Aufgaben zwischen den Terminen, und die fallen in die Arbeitszeit. Wird das nicht eingeplant, sitzt am Ende nur die Geschäftsführung mit dem Coach zusammen, und heraus kommt eine gewöhnliche Beratung. Hinzu kommt der Eigenanteil, den der Betrieb selbst trägt.
Wie erhöhe ich den Nutzen?
Indem Sie vorher aufschreiben, was am Ende dastehen soll. Ein Coaching, das mit einer eingeführten und von der Mannschaft getragenen Regelung endet, hat einen anderen Wert als eines, das mit einer Liste guter Ideen schließt. Konditionen, Zahl der Tage und Nachweispflichten stehen in der Richtlinie und sind vorab bei der Beratungsstelle zu klären.

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