Glossar

KfW-Digitalisierungskredit

Ein KfW-Digitalisierungskredit ist ein zinsgünstiges Förderdarlehen für Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben, das über die eigene Hausbank beantragt wird.

Unter der Bezeichnung Digitalisierungskredit werden Förderdarlehen der KfW zusammengefasst, mit denen Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben von Unternehmen finanziert werden. Anders als ein Zuschuss wird ein Darlehen zurückgezahlt; der Vorteil liegt in vergünstigten Zinsen, langen Laufzeiten und häufig tilgungsfreien Anlaufjahren.

Charakteristisch ist das Hausbankprinzip. Der Antrag wird nicht direkt bei der KfW gestellt, sondern über die eigene Bank, die das Darlehen weiterleitet und die Kreditprüfung übernimmt. Die Bank entscheidet damit faktisch über die Verfügbarkeit. Für Betriebe bedeutet das, dass die Unterlagen den üblichen Anforderungen einer Kreditprüfung genügen müssen: Jahresabschlüsse, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, Auftragslage und eine nachvollziehbare Darstellung des Vorhabens.

Programmnamen, Konditionen und Programmvarianten der KfW ändern sich regelmäßig. Welches Programm aktuell gilt, welche Vorhaben förderfähig sind und welche Konditionen bestehen, sollte vor der Planung im aktuellen Merkblatt und im Gespräch mit der Hausbank geklärt werden.

Zu berücksichtigen ist der zeitliche Ablauf. Zwischen Erstgespräch mit der Hausbank, Einreichung der Unterlagen, Zusage und Auszahlung vergehen regelmäßig mehrere Wochen. Da auch hier der Vorhabenbeginn vor der Zusage schädlich sein kann, gehört die Finanzierungsfrage an den Anfang der Planung und nicht an das Ende der Anbieterauswahl.

Zu prüfen sind außerdem die Sicherheiten. Förderdarlehen werden über die Hausbank ausgereicht, die eigene Anforderungen an Besicherung stellt. Für Vorhaben, deren Gegenstand überwiegend aus Software und Dienstleistung besteht, ist die Besicherung schwieriger als bei einer Maschine, weil kein werthaltiger Gegenstand entsteht. Eine Bürgschaftsbank kann in solchen Fällen eine Rolle spielen.

Bezug zur Digitalisierung

Für Handwerksbetriebe ist ein Förderdarlehen dort interessant, wo ein Vorhaben größer ist als das, was aus der laufenden Liquidität finanziert werden kann: die Einführung einer durchgängigen Branchensoftware mit Hardwareausstattung für alle Fahrzeuge, ein Dokumentenmanagement mit Datenmigration oder eine grundlegende Erneuerung der betrieblichen IT einschließlich Sicherheitsmaßnahmen.

Ein Darlehen hat gegenüber dem Zuschuss zwei praktische Vorteile: Es ist in der Regel nicht an enge Antragsfenster gebunden, und die förderfähigen Verwendungszwecke sind oft breiter gefasst. Dafür entsteht eine Verbindlichkeit, die über Jahre bedient wird.

Zu prüfen ist die Kombinierbarkeit mit Zuschüssen. Zuschuss und Darlehen lassen sich je nach Programm kombinieren, teils mit Obergrenzen für die Gesamtförderintensität. Das Doppelförderungsverbot ist dabei zu beachten.

Ein Beispiel aus einem Bauunternehmen: Die Erneuerung der gesamten IT einschließlich Server, Endgeräten, Branchensoftware und Sicherheitsmaßnahmen übersteigt die laufende Liquidität deutlich. Eine Finanzierung über mehrere Jahre bildet die Nutzungsdauer besser ab als eine Belastung des laufenden Jahres.

Vor der Entscheidung lohnt der nüchterne Vergleich mit der Alternative Leasing von IT und mit der Frage, ob ein Abonnementmodell die Anschaffung ganz ersetzt. Bei Cloud-Software entfällt die Investition, dafür entstehen dauerhafte Betriebskosten.

FAQ

Häufige Fragen zu KfW-Digitalisierungskredit

Wo stelle ich den Antrag?
Über die eigene Bank. Sie reicht das Förderdarlehen weiter, führt die Kreditprüfung durch und entscheidet damit praktisch, ob es zustande kommt. Halten Sie Jahresabschlüsse, die aktuelle Auswertung, die Auftragslage und eine verständliche Beschreibung des Vorhabens bereit. Welches Programm gerade gilt, klären Sie im selben Gespräch, denn die Bezeichnungen ändern sich.
Wann sollte ich die Finanzierung klären?
Am Anfang der Planung, nicht nach der Anbieterauswahl. Zwischen Erstgespräch, Einreichung, Zusage und Auszahlung vergehen regelmäßig mehrere Wochen, und ein Vorhabenbeginn vor der Zusage kann schädlich sein. Wer erst bestellt und dann finanziert, verliert im ungünstigen Fall die Förderfähigkeit des gesamten Vorhabens. Klären Sie den Ablauf im Erstgespräch.
Was ist bei Software als Investitionsgegenstand zu beachten?
Die Besicherung. Bei einer Maschine entsteht ein werthaltiger Gegenstand, bei einem Vorhaben aus Software und Dienstleistung nicht. Die Hausbank stellt eigene Anforderungen an Sicherheiten, und genau daran scheitern solche Vorhaben häufiger als an der Programmlogik. Eine Bürgschaftsbank kann helfen. Sprechen Sie das früh an, nicht erst bei der Unterschrift.
Darlehen oder Zuschuss?
Ein Darlehen ist meist nicht an enge Antragsfenster gebunden und die förderfähigen Verwendungszwecke sind breiter gefasst, dafür entsteht eine Verbindlichkeit über Jahre. Eine Kombination mit Zuschüssen ist je nach Programm möglich, teils mit Obergrenzen für die Gesamtförderintensität und unter Beachtung des Doppelförderungsverbots. Prüfen Sie zusätzlich Leasing und Abonnementmodelle.

Bereit, KI in Ihrem Betrieb arbeiten zu lassen?

In einer kostenlosen KI-Potenzialanalyse zeigen wir konkret, wo in Ihrem Betrieb Zeit und Geld liegen – unverbindlich und ohne Technik-Kauderwelsch.

Kostenlose KI-Analyse