Laseraufmaß
Beim Laseraufmaß werden Strecken mit einem Laserdistanzmessgerät ermittelt und per Funk direkt in die Aufmaß-App übertragen, statt sie handschriftlich zu notieren.
Laseraufmaß bezeichnet die Streckenmessung mit einem Laserdistanzmessgerät. Das Gerät misst die Entfernung zu einer Fläche und liefert den Wert unmittelbar als Zahl. Moderne Geräte übertragen die Messwerte per Funk an ein Smartphone oder Tablet, wo sie in einer Aufmaß-App direkt in die Maßkette eingetragen werden.
Der Vorteil gegenüber dem Zollstock liegt weniger in der Genauigkeit als in der Arbeitsweise. Große Räume, hohe Decken, Schächte und Fassaden lassen sich allein messen, ohne zweite Person und ohne Leiter. Die Werte sind sofort digital, sodass die Übertragung ins Büro entfällt und Zahlendreher beim Abschreiben nicht mehr auftreten. In der Summe verkürzt das die Zeit auf der Baustelle und die Zeit bis zur Rechnungsstellung.
Grenzen gibt es bei ungünstigen Zielflächen. Sehr helle, glänzende oder unebene Oberflächen sowie große Entfernungen im Freien verschlechtern die Messung; eine Zieltafel hilft. Ebenso ist zu beachten, dass gemessen wird, worauf der Strahl trifft, nicht das gemeinte Bauteil. Vorsprünge, Rohrleitungen und Verkleidungen führen zu Werten, die formal richtig und sachlich falsch sind.
Ein Beispiel aus dem Fensterbau zeigt die typische Fehlerquelle: Wird die Breite einer Öffnung nur an einer Stelle gemessen, bleibt die Abweichung zwischen oben, Mitte und unten unentdeckt. Im Bestand sind Öffnungen selten rechtwinklig. Verbindlich ist deshalb die Messung an mehreren Punkten mit Übernahme des kleinsten Werts, ergänzt um eine Diagonalkontrolle.
Ebenso zu beachten ist der Bezugspunkt des Geräts. Je nach Einstellung misst es ab Geräterückseite, Vorderkante oder Anschlagwinkel. Ein falsch gesetzter Bezugspunkt erzeugt eine gleichbleibende Abweichung über alle Messungen eines Raums, die im Ergebnis plausibel wirkt und erst bei der Montage auffällt.
Bezug zur Digitalisierung
Der eigentliche Nutzen entsteht durch die Verbindung mit Positionen. Wird die App mit dem importierten Leistungsverzeichnis geladen, ordnet sich jeder Messwert einer Position zu, der Rechenweg bleibt erhalten, und daraus entsteht ein prüfbares Aufmaß.
Weiterführende Geräte erfassen ganze Räume, indem sie Winkel und Strecken kombinieren und daraus Grundrisse erzeugen. Der Übergang zum 3D-Aufmaß ist fließend. Auswertende Verfahren prüfen die erfassten Werte auf Plausibilität, etwa wenn eine Wandlänge nicht zum übrigen Raum passt, und melden das noch vor Verlassen der Baustelle.
Für den Betrieb lohnt sich außerdem eine einheitliche Reihenfolge beim Messen, etwa immer im Uhrzeigersinn beginnend an der Tür. Werden Aufmaße von verschiedenen Personen erstellt, sind sie damit untereinander vergleichbar, und fehlende Werte fallen bereits auf der Baustelle auf statt erst bei der Auswertung im Büro.
Praktischer Hinweis: Notieren Sie zu jeder Messung, worauf gemessen wurde, etwa Rohbaumaß oder Fertigmaß. Diese Angabe fehlt in der Praxis am häufigsten und macht den Unterschied zwischen einem verwertbaren und einem unbrauchbaren Aufmaß.
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Häufige Fragen zu Laseraufmaß
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Ersetzt das Gerät den Zollstock?
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