Freigabe per App
Bei der Freigabe per App prüfen und genehmigen Verantwortliche Rechnungen, Angebote oder Bestellungen mobil auf dem Smartphone statt an einem Bürorechner.
Freigabe per App bedeutet, dass Prüf- und Genehmigungsschritte eines Geschäftsvorgangs mobil erfolgen. Der zuständige Bauleiter oder Meister erhält eine Benachrichtigung, sieht Beleg und Vorgangsdaten auf dem Smartphone und entscheidet über Freigabe, Rückfrage oder Ablehnung. Die Entscheidung wird mit Zeitstempel und Benutzerkennung protokolliert.
Der Engpass in Handwerksbetrieben ist selten die Buchhaltung, sondern die sachliche Prüfung. Nur wer die Leistung bestellt oder abgenommen hat, kann beurteilen, ob die berechnete Menge stimmt. Diese Person ist tagsüber auf der Baustelle. Rechnungen warten deshalb häufig bis Freitagnachmittag oder länger. Genau diese Wartezeit kostet Skonto und verzögert die Kostenzuordnung zum Projekt.
Mit mobiler Freigabe verschiebt sich die Prüfung in kurze Zeitfenster: in der Pause, vor der Abfahrt, zwischen zwei Terminen. Wichtig ist, dass der Prüfer auf dem kleinen Bildschirm die relevanten Informationen kompakt sieht, also Lieferant, Betrag, Projektzuordnung, Positionen und den zugehörigen Lieferschein, statt eine mehrseitige Datei durchblättern zu müssen.
Zu regeln sind die Betragsgrenzen und die Zuständigkeit. Wer welche Summe freigeben darf, sollte schriftlich festgelegt und im System hinterlegt sein, nicht im Einzelfall entschieden werden. Ebenso gehört bestimmt, was bei einer Ablehnung geschieht: Ohne definierten Rückweg bleibt der Vorgang stehen, und die Rechnung wird trotzdem fällig.
Bezug zur Digitalisierung
Sinnvoll ist die App-Freigabe nur als Teil eines durchgängigen Eingangsrechnungs-Workflows mit klaren Betragsgrenzen und Vertretungsregeln. Fehlt die Vertretung, blockiert ein Urlaub den gesamten Vorgang, ganz gleich wie mobil die Oberfläche ist.
Technisch lässt sich der Aufwand weiter senken, wenn das System vor der Vorlage bereits geprüft hat, was maschinell prüfbar ist: Übereinstimmung mit der Bestellung, Lieferscheinabgleich, Rechenrichtigkeit und Dopplungen. Der Mensch entscheidet dann nur noch über das, was tatsächlich Beurteilung erfordert. Bei Rechnungen ohne Abweichung kann eine Wertgrenze für automatische Freigabe definiert werden.
Zu klären sind zwei praktische Punkte: die Netzabdeckung auf den Baustellen, weshalb eine App offlinefähig sein sollte, und der Gerätezugriff. Werden private Smartphones genutzt, gehören Zugriffsschutz, Trennung betrieblicher Daten und das Vorgehen bei Geräteverlust vorab geregelt.
Ein Beispiel aus einem Dachdeckerbetrieb: Materialrechnungen für laufende Baustellen werden vom Vorarbeiter direkt nach dem Wareneingang geprüft, weil er weiß, was tatsächlich angeliefert wurde. Läuft die Prüfung erst Wochen später im Büro, lässt sich eine Fehlmenge nicht mehr feststellen, weil das Material verbaut ist.
Erfahrungsgemäß entscheidet die Zahl der Klicks über die Akzeptanz. Wenn eine Freigabe mehr als zwei Handgriffe braucht, wandert sie zurück auf den Papierstapel.
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Häufige Fragen zu Freigabe per App
Welche Betragsgrenzen sind sinnvoll?
Ist eine Freigabe per App für die Buchführung ausreichend?
Dürfen dafür private Smartphones genutzt werden?
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